Das Geldsystem verstehen

By Michael Katzmann | Vermögensaufbau

Das Geldsystem verstehen

Der erste Gastbeitrag auf Geld-Katze.de

Chris und Jens machen einen tollen Job, um das Verständnis rund um das Thema persönliche Finanzen besser zu verstehen. Jeder möchte ein freies, glückliches und unabhängiges Leben führen. Dabei steht das Thema Geld, leider vielen Menschen im Weg.

Der erste Schritt, um ein System für deinen Vorteil zu nutzen, ist zu verstehen worum es geht. Es ist wie beim Autofahren, erst kommt die Theorie und dann die Praxis und nach einer bestimmten Zeit wirst du zum Profi und kann (frei, unabhängig) hinfahren wohin du willst und bist nicht länger auf andere angewiesen.

Geldsystem verstehen_Was du hier lernst_Geldkatze.com

Viel Spaß beim Lesen und wie immer freue ich mich sehr auf eure Kommentare!

Liebe Grüße,

Michael

Los geht´s! Verstehe das Geldsystem und nutze es für dich

Seit bald 10 Jahren beschäftigen wir uns bereits mit Thematik rund um das Geld- und Wirtschaftssystem. Die Grundproblematiken haben in diesem Zeitraum nichts von ihrer Aktualität eingebüßt. Ganz im Gegenteil. Vor dem Hintergrund immer deutlicher werdender (Finanz-)wirtschaftlicher Verwerfungen scheint eine breite gesellschaftliche Diskussion um unser herrschendes Wirtschafts- und Finanzsystem wichtiger denn je! Da sowohl Märkte als auch die Politik systembedingt einen vorwiegend kurzfristigen Horizont verfolgen, wird jedoch viel zu selten nach den wahren, tiefer liegenden Ursachen dieser Konflikte gefragt und geforscht.

Sollen aber auch künftige Generationen noch ein lebenswertes Leben auf unserem Planeten vorfinden wollen, sollten wir dringend aktiv werden. Grundlage dafür muss ein holistisches Verständnis zugrunde liegender (finanz)wirtschaftlicher und Geld-systematischer Prozesse sein. Denn solange wir in einer ungleichen Wirtschaftsordnung und einem unfairen Geldsystem leben, ist Ungleichverteilung von Vermögen (und Macht) die logische Konsequenz.

Infolge dieser ökonomischen und politischen Machtkonzentration bestimmen immer weniger Menschen über das Schicksal unseres Planeten und seiner Bewohner. Das beweisen folgende Fakten. Statistische Erhebungen beweisen, dass 147 Konzerne (davon 133 aus dem Finanz- und Immobiliensektor), über die Hälfte des weltweit zirkulierenden Kapitals verfügen. Damit beherrschen sie mehr als 40 Prozent der Weltwirtschaft!

Der Oxfam-Bericht Anfang 2015 zeigte zudem, dass ein Prozent der Weltbevölkerung mittlerweile mehr Vermögen, als die ärmere Hälfte der Menschheit besitzt. Gerade die Deregulierung der Finanzmärkte in den USA führte dazu, dass die oberen 10 Prozent der Bevölkerung seither einen überdurchschnittlichen Einkommenszuwachs verzeichnen konnten, während der Großteil der Menschen sich immer schneller im Hamsterrad des Wirtschaftssystems drehen muss, um die exorbitanten Renditen weniger reicher zu erwirtschaften.

Vielleicht gehörst du auch dazu?

Wir befinden uns in einer Situation, da der Anteil der oberen 10 Prozent am Gesamteinkommen genauso groß ist wie 1929 – kurz vor der Großen Depression. Das liegt nicht zuletzt an einer massiven, insbesondere zins- bzw. renditebedingten, Vermögensumverteilung wie z.B. Zinsen auf Schulden wie deutsche Staatsanleihen, die wir alle indirekt mit unseren Steuerabgaben bezahlen, zeigen.

De facto sind Zinsen auf Staatsanleihen der zweitgrößte Posten im Bundeshaushalt!

2013 entfielen ca. 32 Milliarden Euro auf Zinsen. Damit übersteigen sie die anderen Ausgabenposten im Bundeshaushalt wie z.B. Verkehr, Gesundheit und Familie bei weitem!

Unser Geld- und Wirtschaftssystem gleicht dem Spiel Monopoly. Jeder hat bei diesem Spiel bereits die Sonnen- und Schattenseiten, die das Kapital charakterisiert, kennengelernt. Während zu Beginn noch relativ viele Wirtschaftsteilnehmer gleiche Voraussetzungen vorfinden, trennt sich relativ schnell die Spreu vom Weizen. Je weiter sich das Spiel dem Ende zuneigt, umso mehr Spieler müssen unter immer erdrückenderen Kosten versuchen, Runde um Runde (gleichbedeutend deiner Lebensjahre) zu überstehen – bis man schließlich aus dem System ausscheidet und bankrott ist. Am Ende bleibt nur noch ein Spieler (oder Wirtschaftsteilnehmer) übrig, der (zumindest in seiner Branche) die Vormachtstellung hält. Selbiges beobachten wir in der Realität anhand enorm mächtig gewordener Unternehmen, wie Apple, BlackRockCapital Group, Deutsche Bank, Facebook, Google oder Goldman Sachs. Es hat sich eine Kapitaloligarchie herausgebildet, die leider viel zu selten und viel zu zurückhaltend thematisiert wird.

Was dich und mich als „Ottonormalhamster“ betrifft, kann man die Übernachtungskosten der Hotels bei Monopoly mit steigenden (versteckten) Zinskosten vergleichen. Wir bezahlen Tag auf Tag, Monat für Monat und Jahr für Jahr mit unseren Ausgaben Steuern und Zinsen. Denn auf jedem Produkt und jeder Dienstleistung lasten diverse Steuern und Zinsansprüche. Sie summieren sich auf etwa ein Drittel des Kaufpreises. In diesen Zinsansprüchen verstecken sich mit Zins belastete Kredite für Fabrikhallen, Fahrzeuge oder Maschinen, Vermietungen und Verpachtungen, Dividenden für die Anteilseigner der Unternehmen, Grundsteuern, und vieles mehr. Wie wir in „Tag auf Tag im Hamsterrad“ aufzeigen, ist im Kapitalismus – geht man der Herkunft des Geldes auf den Grund – ausnahmslos alles vorfinanziert. In letzter Konsequenz kommt nämlich alles Geld der Welt immer nur per Kredit und gegen Zins in Umlauf. Die Konsequenzen für unseren Alltag bringt ein tolles Zitat des Wirtschaftsanalytikers Helmut Creutz auf den Punkt:

„Man könnte rein theoretisch mit einer 20-Stunden-Woche seinen Lebensstandard, den man heute hat, decken, wenn man nicht eben auch noch ein Drittel der Zeit für die Zinsen arbeiten müsste.”

 

Wer profitiert von diesem System?

In unserem Wirtschaftssystem profitieren unter dem Strich jene Marktteilnehmer besonders, deren Zinseinnahmen die akkumulierten Zinsausgaben übersteigen. Berechnungen haben ergeben, dass dies ein Geldvermögen von ungefähr einer Million Euro voraussetzt. Erst dann übersteigen die Zinseinnahmen ungefähr die Zinsausgaben und du kannst dich als wirklich Gewinner beim „Monopoly“ des Lebens bezeichnen.

Karl Kulation – in unserem Buch „Der Hamster verlässt das Rad“ symbolisch für den Profiteur des Wirtschaftssystems stehend – verfügt z.B. über ein Vermögen von 10 Millionen Euro. Er erhält somit jährlich zehnmal so viel Zinsen als er ausgibt. Andy und Carla Arbeit, die typischen Hamsterrad-Läufer, müssen im Gegensatz zu Karl Kulation mit einem kleinen „Vermögen“ von 10.000 Euro insgesamt 10 Mal so viele Zinsen bezahlen, als sie einnehmen.

Du siehst also, dass der Faktor „Fleiß“ nur ein Teilaspekt des finanziellen Erfolgs ausmacht. Finanzieller Reichtum ist nicht nur darauf zurückzuführen, dass einige mehr arbeiten würden als andere. Wer in der Erhebung der Arbeitslosenquoten gerne vergessen wird, sind die reichen, von Zinsen lebenden, Menschen und Unternehmer. Wir zählen sie zu den reichen Arbeitslosen an der Spitze der Gesellschaft. Sie verstecken sich gerne hinter der Floskel „ich lasse mein Geld für mich arbeiten“. Eine Aussage, die die Realität verdreht und falscher kaum sein könnte. Oder hast du schon einmal einen Geldschein eingepflanzt und anschließend wuchs ein Geldbaum aus dem Boden, dessen Blüten echte Geldscheine waren? Sicherlich nicht.

Geld kann nicht arbeiten. Nur Menschen oder Maschinen können arbeiten. Wenn man also selbst Kapitaleinkünfte durch Zinseinnahmen verzeichnet, sollte man sich bewusst sein, dass hierfür andere Menschen oder Maschinen gesorgt haben. Das soll dich natürlich nicht davon abhalten, Geld zu investieren.

Dieser Beitrag soll deinen Horizont weiten und sorgt hoffentlich dafür, dass du dir noch eingehende Gedanken um deine Investments machst. Schließlich kann mit der richtigen Strategie jeder finanziell frei werden und – hoffentlich mittels einer für allen nützende Art und Weise – vom System profitieren.

Ein Grundverständnis der wirtschafts- und Geld-systematischen Funktionsweise kann dir den Weg in dein finanziell unabhängiges Leben deutlich erleichtern. Nur solange man das System und seine Grundsystematiken nicht versteht, segelt man richtungslos in einem tosenden Sturm. Du könntest z.B. sofort damit anfangen weniger (unnötiges) zu konsumieren und etwas minimalistischer zu leben. Damit senkst du deine persönliche Zinslast und das Verhältnis zu deinen Zinseinnahmen verbessert sich. Außerdem steigerst du so auf lange Sicht auch deine Lebensqualität, denn „weniger ist mehr“ und „wer wenig braucht, hat alles“!

Mehr Informationen erhältst du auf www.geldsystem-verstehen.de sowie in den Büchern „Tag auf Tag im Hamsterrad und „Der Hamster verlässt das Rad“.

Viel Glück auf deinem Weg wünschen dir
Chris & Jens

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Über uns:

Christopher Klein und Jens Helbig beschäftigen sich auf ihrem Blog mit dem Verstehen des Geldsystems. Auf ihrem eigenen Verlag JC Bookshaben sie mehrere Bücher zum Thema Finanzen herausgebracht.

Bild: Pixabay

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About the Author

Ich bin Michael Katzmann und meine Mission ist es, das Wissen um Finanzen und Geld einfach und verständlich zu vermitteln. Ja, jch bin ein Finanz-Nerd und seit 15 Jahren im Geschäft. Warum ich die Geldkatze gegründet habe? Ganz einfach. Es geht mir ziemlich auf die Nerven wie sehr wir alle von der Finanzindustrie veräppelt werden. Ich weiß woven ich spreche, da ich selber in dieser Industrie gearbeitet haben und nun die Seiten gewechselt habe... Ich verkaufe keine Finanzprodukte, sondern zeige Dir, wie Du die richtigen Entscheidungen triffst.

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