Bedingungslose Grundeinkommen – Warum es kommen sollte

By Michael Katzmann | Thema der Woche

Warum das bedingungslose Grundeinkommen Sinn macht

Brauchen wir wirklich das Bedingungslose Grundeinkommen? Ist das Bedingungslose Grundeinkommen nur eine Idee von ein paar Spinnern, oder doch ein ernst zu nehmendes Thema?

Um diese Frage zu beantworten müssen wir uns kurz mit der Entwicklung der Menschheit befassen.

Die gesellschaftliche Entwicklung der Menschheit ist bis vor hundert Jahren in einem recht langsamen Zyklus herangeschritten.

Erst waren wir Jäger und Sammler. Die Entwicklung bis zur Agrargesellschaft verlief in sehr langsamen Schritten. Dann, plötzlich, nahm die Entwicklung rasant zu. Die Industrialisierung ging mit großen Schritten voran und ermöglichte (unter anderem) einen nie dagewesenen Reichtum für die Menschheit.

Reichtum der gesamten Menschheit? Naja, heute besitzen 1% der Weltbevölkerung 48 Prozent des weltweiten Wohlstands. 20% der Weltbevölkerung besitzen weitere 46% des Reichtums und die verbleibenden 5% des weltweiten Reichtums teilen sich 80% der Menschen.

bedingungslose grundeinkommend Quelle Pixabay

Solltest du in Deutschland leben, dann gehörst du mit Sicherheit zu den 20%.

Und trotzdem fühlen sich viele Menschen arm in diesem Land. In einer Facebook Gruppe habe ich letzte Woche einen Beitrag zu meinem letzten Artikel (Lifestyledesign) gepostet und die Reaktionen waren überwältigend.

Besonders herzzerreißende Geschichten über die Wahl zwischen Kindererziehung und Arbeit, zwischen dem Gefühl der Zweitklassigkeit auf Grund von Arbeitslosigkeit und dem Wunsch einen wertvollen Beitrag für die Gesellschaft zu leisten, haben mich tief berührt.

Wir leben in einer “reichen Gesellschaft”, in welcher sich Mütter und Väter zwischen der Erziehung ihrer Kinder und einer Karriere entscheiden müssen. In der Arbeitslose durch Hartz 4 zu einer zweiten Klasse degradiert werden… sind wir reich?

Eigentlich sind wir es, aber eben nur eigentlich. Wie in einem Artikel beschrieben, ist Reichtum etwas subjektives. Er bedeutet für jeden was anderes. Für den einen impliziert er eine Luxusyacht und für den anderen ein Dach über dem Kopf, frisches Wasser und etwas zu essen (das gilt wahrscheinlich besonders für die oben letztgenannten 80% der Menschheit).

Aber wann ist eine Gesellschaft wirklich reich?

Für mich persönlich ist eine Gesellschaft dann reich, wenn ihre Individuen, das machen können, wofür sie sich berufen fühlen. Das gilt insbesondere für die Erziehung ihrer Kinder (Ja, sie sind unsere Zukunft), für die Erfüllung ihrer Träume (an alle Philosophen, Schriftsteller, ehrenamtlichen Helfer usw.) und eine von Arbeit befreite Gesellschaft.

Oje, ich höre schon die Kritik. Von der Arbeit befreiten Gesellschaft? Hier schreibt bestimmt ein irrer Utopist.

Aber frag dich doch mal, was Arbeit eigentlich bedeutet. Frag doch mal die Menschen, die ihrer Berufung nachgehen und ihrer Leidenschaft folgen.

So sagte z.B. Karl Lagerfeld:

„Am Fließband stehen, das ist Arbeit. Was ich mache, ist Freizeitgestaltung mit beruflichem Hintergrund.“

Zu machen, nur um über die Runden zu kommen, einen Job zu haben, den man hasst und der einen unglücklich macht, das ist Arbeit. Und wer nicht arbeitet, der muss beschäftigt werden. Die Aufgabe des Jobcenters ist es, den Menschen in einen sozialversicherungspflichtigen Job zu zwingen, sonst ist man Hartz 4ler, ein Mensch zweiter Klasse… ist das Reichtum?

Und was ist mit all den Müttern und Vätern, die sich um ihre Kinder kümmern? Ist das Arbeit? Es ist viel zu tun, doch wer kümmert sich nicht mit Leidenschaft um seine Kinder. Werden diese Leute bezahlt und für ihre unglaublichen Anstrengungen gerecht entlohnt? Nein! Das gleiche gilt für all die Kinder, die sich um ihre Eltern kümmern, für alle ehrenamtlich tätigen Menschen, die einen wertvollen Beitrag zur Gesellschaft leisten. Gewertschätzt werden diese Menschen auf jeden Fall nicht mit Geld.

Die neue Zeit, neue Technologien und unsere Gesellschaft

Die oben aufgeführten Ungerechtigkeiten, die magere Entlohnung für die Erzieher unserer Zukunft, werden von der Gesellschaft tolleriert. Warum? Naja, dem größten Teil scheint es noch gut zu gehen und wer will sich schon verändern, wenn es einem eigentlich recht gut geht?

Druck ist meistens ein Auslöser für Veränderung. Und wir alle gehen mit riesigen Schritten auf einen mit sehr hohem Druck geladenen Dampfkessel zu.

Bestimmt hast du schon davon gehört, dass Maschinen immer mehr einfach Arbeiten übernehmen. Die Fabriken leeren sich und Arbeit verschwindet. An den Kassen der Supermärkte kommen immer öfter Maschinen zum Einsatz und sowieso sind schon ganze Industrien auf Grund von hohen Lohnkosten in Deutschland und anderswo ins Ausland gewandert.

Vom Agrar- über das Industriezeitalter bewegen wir uns in Richtung des digitalen Zeitalters. Die Möglichkeiten sind Sagen umwogen und sehr kontrovers, denn plötzlich trifft die Digitalisierung nicht mehr nur den „Ungelernten” sondern vollzieht sich durch alle Schichten der heutigen Arbeitswelt.

Einen Vorgeschmack gefälligst?

Forscher einer Studie der Oxford Universität kommen zu dem Schluss, das bis ins Jahr 2030, 47% aller Arbeitsplätze in den USA, also wahrscheinlich auch bei uns, durch die Digitalisierung wegfallen werden.

Heute haben wir 42,76 Millionen Erwärbstätige in Deutschland und 2,7 Millionen Arbeitslose. Wenn die Prognose der Oxford Universität eintreffen sollte, dann haben wir in knapp 15 Jahren etwas über 20 Millionen Arbeitslose in Deutschland. Das ist ungefähr die Hälfte aller erwerbstätigen Menschen. Vielleicht wird es auch etwas weniger, es werden ja auch neue Jobs geschaffen…aber wird das ausreichen?

Scheint dir die Zahl unvorstellbar und glaubst du, dass es „nur” die Schicht treffen wird, die keinen Uni-Abschluss hat?

Dann pass mal auf.

Bei der genannten Oxford Studie wurden insgesamt 702 Berufe berücksichtigt. Die Berufe, die mit einer Wahrscheinlichkeit von über 95% wegfallen werden, sind Dienstleistungsberufe, wie Buchhalter, Steuerberater und Bankangestellter.

Die Automatisierung von Arbeit durchzieht alle Bereiche. Rechtsanwälte werden durch e-discovery Programme ersetzt, Lehrer werden durch allerlei Apps ersetzt und Apple baut derzeit eine neue Generation von Robotern, um die asiatischen Arbeiter zu ersetzen, die unsere Smartphones bauen.

Und hast du schon mal was von 3D-Druckern gehört?

Bald wird es möglich sein, alles, was wir heute an Materiellen produzieren, per Druck dezentral herzustellen. Ganze Häuser werden an Ort und Stelle gedruckt, und Lebensmittel werden viele Köche in die Arbeitslosigkeit schicken. Ganz nebenbei könnte damit der Hunger auf der Welt getilgt werden.

Die neue digitale Revolution frisst unsere Arbeitsplätze! Oder werden wir von Arbeit (endlich) befreit, sodass wir unserer Bestimmung nachgehen können?

Der Übergang – Das bedingungslose Grundeinkommen

Hast du schon mal den Ausdruck Bedingungsloses Grundeinkommen gehört? Im Grunde genommen bedeutet es, dass jeder, unabhängig von seiner wirtschaftlichen Lage,  eine gesetzlich festgelegte und für jeden gleiche finanzielle Zuwendung erhält, ohne dafür eine Gegenleistung erbringen zu müssen.

Ob das eine Schnappsidee ist, wird schon seit Jahren intensiv diskutiert. Aber Vorsicht, bei den Ideengebern handelt es sich nicht um ein paar Verrückte aus einem kleinen Dorf, die einer utopischen Idee hinterherjagen. Nobelpreisträger Milton Friedmann propagierte eine negative Einkommenssteuer und verschiedene weltweite experimente, wie in Deutschland, den USA  und den Niederlanden zeigen eindeutige positive Effekte auf Basis eines Bedingungslosen Grundeinkommen. Götz W. Werner, einer der erfolgreichtsten Unternehmer Deutschlands, Gründer der DM Drogerie Märkte, Milliardär und einer meiner persönlichen Vorbilder ist wohl einer der größten Verfechter des Bedingungslosen Grundeinkommen in Deutschland.

bedingungslose Grundeinkommen Japanisches Sprichwort_Geldkatze

Ganz nebenbei ist Finnland gerade dabei, genau jenes Grundeinkommen zu schaffen, die Schweiz denkt laut darüber nach und auch Bundeskanzlerin Merkel hat bereits ihre Meinung dazu verlautbart.

Also doch kein haufen von Kommunisten, Spinnern und Faulenzer.

Ob das Bedingungslose Grundeinkommen gut oder schlecht ist, sollte jeder für sich herausfinden. Persönlich bin ich der Meinung, das wir auf eine Zukunft zusteuern, in der die Arbeit des Menschen zum größten Teil durch Maschinen ersetzt wird, und das in einem Ausmaß, welches durch neue Arbeitsplätze nicht zu kompensiert sein wird.

Wir sprechen hier nicht darüber, dass die Huffschmiede- und Pferdeindustrie durch Autos ersetzt werden, sondern von so gut wie jeder Industrie auf diesem Planeten und das in kürzester Zeit.

Dieser Druck, der sich unaufhaltsam durch alle Schichten und Länder zieht, wird uns zum Handeln zwingen. Die Frage ist nur, ob wir das vorausschauend, friedlich und geordnet machen, oder wieder die Waffen in die Hand nehmen und irgendwelche Minderheiten dafür verantwortlich machen.

Abgesehen von den sozialen und ökonomischen Vorteilen eines Bedingungslosen Grundeinkommens gibt es wenige Alternativen. Keiner kann die Digitalisierung aufhalten, genauso wenig wie jemand die Industrialisierung aufheben konnte bzw. Henry Ford dabei stoppen konnte, das Auto zur Massenware zu revolutionieren und damit tausende Menschen aus der Pferde- und Hufeisenindustrie herauskatapultierten.

bedingungslose Grundeinkommen Henry Ford_Grundeinkommen_Geldkatze

Wir haben jetzt die Wahl, die Chancen der neuen Zeit zu nutzen und ein besseres Leben für die kommenden Generationen zu gestalten. Arbeit durch Berufung zu ersetzten und dafür zu sorgen, dass Arbeite nicht mehr eine Sache von Angebot und Nachfrage ist, sondern eine Frage der Leidenschaft. Wir können wieder ein Land der Dichter und Denker werden, in dem Eltern alle Zeit der Welt haben, um sich um ihre Kinder zu kümmern und in dem keiner mehr arbeiten muss, sondern es kaum erwarten kann, zu tun, zu machen und zu schaffen – und den nichts daran hindern kann, es aus freien Willen zu tun.

Keiner kann in die Zukunft sehen und auf den Staat ist nicht verlass

Ob es dazu kommt, dass wir alle ein Bedingungsloses Grundeinkommen beziehen, steht in den Sternen. Ebenso die Frage, wann es kommt. Und genau aus diesem Grund ist heute und auch in Zukunft jeder selbst dafür verantwortlich, wie er mit seinen persönlichen Finanzen umgeht.

Eine Sache ist klar, wirtschaften tun wir Menschen auf Grund von knappen Ressourcen. Alles, was nicht im Überfluss zur Verfügung steht, muss gehandelt werden. Und um zu handeln, brauchen wir ein Geldsystem. Ob es nun Steine, Muscheln, Gold oder Papier ist, Geld war und wird noch sehr lange unser Begleiter sein.

Und genau deswegen ist es so wichtig, dass wir uns um unsere Finanzen kümmern. Genau deswegen ist es so wichtig, sein eigenes Bedingungsloses Grundeinkommen zu schaffen. Dir eine persönliche Geldmaschine zu bauen, die dich bis an dein Lebensende und am besten noch die nächsten Generationen mit Geld versorgen wird.

Es ist möglich selbst mit einem kleinem Einkommen über Jahrzehnte, Vermögen zu bilden. Schöne Beispiele belegen dies.

Wie du das am besten machst, möchten wir dir hier bei der Geldkatze zeigen. Das ist kein Programm, um schnell reich zu werden, sondern ein Plan, wie du es am besten schaffen kannst, dein persönliches Bedingungsloses Grundeinkommen anzulegen. Warte nicht darauf, dass die digitale Revolution deinen Arbeitsplatz gefährdet oder bis der Staat sich eventuell dazu entscheidet ein Bedingungsloses Grundeinkommen zu schaffen, sondern mach dich jetzt auf den Weg in deine finanzielle Freiheit.

Lebt in Freiheit und mit Leidenschaft!

Euer Michael

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About the Author

Ich bin Michael Katzmann und meine Mission ist es, das Wissen um Finanzen und Geld einfach und verständlich zu vermitteln. Ja, jch bin ein Finanz-Nerd und seit 15 Jahren im Geschäft. Warum ich die Geldkatze gegründet habe? Ganz einfach. Es geht mir ziemlich auf die Nerven wie sehr wir alle von der Finanzindustrie veräppelt werden. Ich weiß woven ich spreche, da ich selber in dieser Industrie gearbeitet haben und nun die Seiten gewechselt habe... Ich verkaufe keine Finanzprodukte, sondern zeige Dir, wie Du die richtigen Entscheidungen triffst.

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