Budgetieren lernen – Einfach und schnell

By Michael Katzmann | Thema der Woche

Was bedeutet Budgetieren

Budgetieren hört sich erst mal sehr streng an. Unternehmen und Staaten stellen jedes Jahr ein neues Budget auf und manche machen es sogar monatlich.

Budgetierst du schon oder lässt du es einfach laufen?

Budgetieren - Du lernst

Doch was bedeutet budgetieren überhaupt und wie kann uns ein Budget auf dem Weg zur finanziellen Freiheit helfen?

Budgetieren ist…

Die Bezeichnung eines Betriebswirtschlaftlichen Planungsprozess, mit dem Ziel ein Budget zu erstellen. Ein Budget, auch Etat genannt, ist ein formulierte Plan von erwarteten Einnahmen und Ausgaben (Quelle: Wikipedia).

Ziel einer Budgetierung ist es, ein Szenario für die Zukunft (kurz-, mittel- und langfristig) zu erstellen, um die geplanten Gewinne (Usamtzprognose – Budget) besser einschätzen zu können.

Also, ganz einfach gesagt: Ungefähr wissen, was man in Zukunft ausgeben wird.

In unserem Fall bedeutet es, genug Geld zu haben, um es anschließend gewinnbringend zu investieren. Einnahmen minus Kosten (Budget) = Sparquote.

Puh! Das hört sich jetzt etwas kompliziert an. Für unsere Zwecke machen wir das Ganze, einfach. Im folgenden zeige ich dir welche Vorteile das Budgetieren für dich hat, wie du es mit Leichtigkeit anwenden kannst und welche Tools du dafür brauchst.

Eben einfach und besser mit Geld.

 

Wie Rebi mir das einfache Budgetieren beigebracht hat

Wer Rebi ist? Sie ist eine liebe Freundin und treue Leserin der Geldkatze.

Als ich sie letztes in einem Kaffee am Wiener Platz in München getroffen habe, hat sie mir mit glühenden Augen von ihrer neuen Budgetierungsmethode erzählt.

Warum sie überhaupt damit angefangen hat?

Sie möchte ein finanziell freies Leben führen!

Ein Hindernis für ihre finanzielle Freiheit waren die Ausgaben in ihrer Familie. Sie und ihr Mann wusste bereits genau, dass nicht das, was du verdienst, dich reich macht – sondern das, was du behältst.

Jedoch möchte wir als Menschen sehr ungerne Verzichten. Fast keiner sagt sich gerne: „ Das kann / will ich mir nicht gönnen” oder „ich spare jetzt lieber, um irgendwann finanziell frei zu sein”.

Teilst du diese Meinung?

Rebi ist verheiratet, hat zwei kleine Kinder und lebt in München. Die Ausgaben sind schon auf Grund der teuren Stadt sehr hoch. Wie jeder von uns, möchte sie ein tolles Leben führen und ihren Kindern das beste bieten.

Sie macht also das, was jeder von uns machen würde.

Die Sache war nur die: Jeden Monat war das Konto im Minus.

Das musste sich ändern.

Wie?

Die Familie hat die Köpfe zusammen gesteckt und einen Plan ausgearbeitet. Das Konto dürfte nie mehr ins Minus geraten. Dabei sollte kein Gefühl von Verzicht aufkommen.  Sondern das Gegenteil, ein Gefühl von „ich mach was tolles und arbeite an der finanziellen Freiheit meiner Familie”.

Michael: „Rebi, wie hast du das geschafft”?

Rebi: „Ganz einfach”

 

Wie jede Familie (und Singles) einfach und mit Freude Budgetieren kann

Einfach budgetieren, an der finanzielle Freiheit arbeiten und dabei noch mehr Freude empfinden.

Im folgenden zeige ich dir, wie es Rebis Familie geschafft hat, das Minus auf dem Konto zu verhindern und dabei ein gutes Gefühl entwickelt hat.

Du kannst die Systematik natütlich auch als Single verwenden.

So, folgende Schritte sind wichtig (es handelt sich dabei um fiktive Zahlen):

 

1. Einnahmen berechnen

Welche Einnahmen hat die Familie. In erster Linie ist es bei den meisten, das Einkommen aus Arbeit.

Beispiel = Gesamte Einnahmen 2.800 €

Budgetieren _Teil eins Einnahmen_geld-katze.de

 

2. Aufteilung in Familienkonto und persönliches Konto

Teile die Einnahmen der Familie auf ein persönliches Konto (je eins für den Ehepartner) und in ein Gemeinschaftskonto für die Familie.

Beispiel = Auf das persönliches Konto (Topf) gehen je 650 €

Beispiel = Auf das Familien Konto (Topf) gehen: 1.500 €

Budgetieren _Familientopf_Geld-katze.de

 

3. Berechne Fixkosten und variable Kosten

Teile die Kosten in Fixkosten (muss auf jeden Fall bezahlt werden. Z.B. Miete, Versicherungen, Strom, usw.) und variable Kosten (Sachen die sporadisch anfallen, die man haben will, aber auch später gekauft werden können. Z.B ein neuer TV, Klamotten, usw.). 

Wichtig: Wenn nach Abzug aller Kosten etwas übrig bleibt, dann nennt man dies Sparquote. Sagen wir mal du hast am Ende des Monats noch 200 € übrig. 200 € / 2.800 €  = 7,1 %. Die 7,1 % sind in diesem Fall deine Sparquote.

Um so höher deine Sparquote ist, um so mehr kannst du investieren (oder konsumieren). Wenn du wissen willst wie hoch deine Sparquote sein muss, um deine finanzielle Freiheit zu erreichen, dann schau dir am besten diesen Beitrag: Die einfache Wahrheit über Sparen und deine finanzielle Freiheit.

Budgetieren - Fixkosten und Variable Kosten

 

4. Hebe jede Woche dein Budget von deinem Konto ab

Du hast die Kosten für die Woche fest im Blick. Die Ausgaben für Miete und Co. werden jeden Monat durch einen Dauerauftrag abgezogen.

Die Herausforderung liegt nun in den Ausgaben, die unterschiedlich hoch ausfallen können. Z.B. hast du die Wahl, jeden Tag im Edeka oder im Aldi einzukaufen. Kaufst du dir das schöne Kleid heute oder sparst du dir das Geld für was anderes auf?

Viele dieser Fragen wird durch eine wöchentliche Bar abhebung geklährt. Rebbi hat dafür ein tolles System entwickelt. Sie hebt jede Woche eine bestimmte Summe für die gesamte Woche von den Konten ab und steckt es in ihr schickes Cash Budget Envelope Wallet. Anbei ein Beispiel wie so ein Envelope Wallet aussehen kann. 

Budgetieren _Cash Budget Envelope Wallet_geld-katze.de

Wenn sie einkaufen geht, sieht sie auf anhieb wie viel Geld (Budget) in dem Beutel für Essen drin ist. Wenn sie sich etwas aus ihrem privaten Topf (Beutel) gönnen möchte, weiß sie genau, dass sie auf andere Sachen ggf. verzichten muss. Sie sieht förmlich ihre Ausgaben ganz klar vor sich und fühlt die Konsequenzen sofort.

Rebbi: “ Früher habe ich einfach meine EC Karte gezückt und nach Lust und Laune eingekauft. Dabei hatte ich nur ein vages Gefühl, wie viel ich wirklich ausgegeben habe.

Heute ist es anders. Mit einem Blick in meinen Geldbeutel, hab ich sofort ein Gefühl dafür, ob ich etwas will oder lieber darauf verzichte. Es macht richtig Spaß! Ich freue mich viel mehr über die Sachen, die ich z.B. durch ein Sparen gekauft habe. Die Wertschätzung ist höher und manchmal erwische ich mich sogar dabei, wie ich lieber auf etwas ganz verzichte und das Geld in die Zukunft meiner Familie investiere.”

Budget Profis gehen noch einen Schritt weiter. Sie unterteilen und budgetieren ihre kompletten variablen Kosten. Was möchtest du in diesem Jahr für Bildung ausgeben, welchen Betrag für Schmuck, was möchtest du spenden usw. Um genau zu verstehen wie sich ihre Ausgeben verhalten, nutzten viele ein Haushaltsbuch und schreiben genau, auf für was sie ihr Geld ausgeben.

Mir persönlich ist das etwas zu anstrengend. Mein Haushaltsbuch hat genau 5 Wochen durchgehalten und wurde dann zu Grabe getragen. Mit der „ Rebi Methode“, hab ich einen wöchentlichen Betrag den ich frei ausgeben kann und muss keine weitere Arbeit reinstecken.

 

Die unglaublichen Vorteile des “Rebbi Budgetsystems”

Rebbi hat es schon erwähnt. Sie konsumiert wesentlich bewusster und hat zudem mehr Freude beim Einkaufen. Es fühlt sich an wie Spiel. Was mindestens genau so wichtig ist: Sie hat die Kosten genau im Blick.

Sehr wenige Menschen kennen ihre genauen Kosten, geschweige den die genau Zahl an variablen und fixen Kosten.

Lass dich davon aber nicht entmutigen!

Rebbi und ihre Familie haben ca. 3 Monate gebraucht, um zu wissen wo sie was ausgeben. Der Lohn dafür ist riesig. Sie kennen nun die Minimum Kosten für ein gutes Leben. Die Ausgaben sind plötzlich sichtbar geworden und dadurch können sie auch gelenkt werden.

Was du nicht sehen kannst, kannst du nicht steuern

Stell dir vor, du fährst ein Auto. Deine Windschutzscheibe ist verdreckt und du kannst nicht richtig hindurch sehen. Die Fahrt ist also ziemlich gefährlich und du hast ein permanent ungutes Gefühl.

Du verpasst eventuell eine Ausfahrt oder noch schlimmer, es entsteht ein Unfall.

In dieser Parabel symbolisiert die Sichtbarkeit der Windschutzscheibe, deine Kosten. Erst wenn du genau weißt, für was du jeden Monat dein Geld ausgibst, hast du eine klare Sicht auf die Straße. Dein Budget System (Beutel mit einer Wochen Ration Geld) ist wie dein Navi, deine Tankanzeige und Frühwarnsystem in einem. Dadurch ist die Gefahr eines Unfalls wesentlich verringert und du kannst deine Fahrt entspannt genießen. 

Noch ein riesen Vorteil: Wenn du deine Kosten im Blick hast, kannst du auch die Fixkosten zu deinen Gunsten verändern. Egal ob es sich um Sachen wie Strom, Internet- & Handyverträge handelt, die meisten Deutschen bezahlen zu viel für ihre Fixkosten. So zahlen der durchschnittliche Bürger bis zu 20% zu viel für seinen Strom!

Muss das sein?

Wenn du genau weißt wo das Geld hingeht, kannst du initiative ergreifen und diese Sachen schnell ändern.

Rebbi und ihr Mann nutzen zudem eine uralte Weisheit: Bezahle dich selber immer zuerst!

Was das genau bedeutet?

Nachdem du dein Einkommen bekommen hast, bezahlst du erst mal deine Miete, die Stromkosten, den Bäcker usw.. Was dann am Ende des Monats übrig bleibt, ist im Grunde genommen dein Geld, also deine Bezahlung.

Dich selber zuerst zu bezahlen bedeutet daher, dass du gleich am Anfang des Monats einen Teil deines Einkommen in deine finanzielle (freiheit) Zukunft investierst.

Budgetieren bezahle dich zuerst_geld-katze.de

Rebbi und Ihre Familie bezahlen sich zuerst. Sie investieren Ihr Geld in einen günstigen ETF Sparplan. Wichtig: die Sparsumme wurde zu den Fixkosten mit aufgenommen! Für die Familie ist die finanzielle Freiheit ein Muss und kein Sollte.

Zudem werden sie in Zukunft ihre Fixkosten überprüfen. Angenommen sie würden dadurch 300 € bis 400€ im Jahr sparen, so können sie den Betrag zu den Ausgaben (variable Kosten) stecken und damit ihr Budget erhöhen, oder es (am besten) gleich in den Investmenttopf werfen.

Zur Berechnung der zukünftigen Einkommensströme, können wir hier eine kleine Milchmädchen Rechnung aufmanchen.

Nach Abzug von Steuern und Inflation sind langfristig ca. 5% Rendite pro Jahr auf den Aktienmärkten zu machen.

Da beide noch relativ am Anfang ihres Berufsleben sind, wird das Gehalt über die nächsten 30 Jahre steigen. Nehmen wir an, dass sie über die gesamte Lebenszeit durchschnittlich 500 € pro Monat ansparen und investieren. Nach 30 Jahren würde dann eine Summe von 409.429,40 € dabei herauskommen.

Der Zinseszins Effekt kommt voll zum tragen. Ab dem 30 Jahr bekommt die Familie, bei einer Verzinsung von 5%, eine Ausschüttung von 20.471,47 € pro Jahr (1,706 € pro Monat). Das reicht zwar noch nicht an die 2.800 € Einkommen heran, jedoch hat die Familie einen tollen zusätzlichen Einkommensstrom.

 

Fazit

Budgetieren kann einfach sein und Spaß machen. Das Budgetiersystem von Rebbi ist einfach und sorgt dafür, dass du deine Kosten genau im Blick hast. Dadurch kannst du den Weg zur finanziellen Freiheit wesentlich klarer sehen und kommst nicht in die Versuchung über deinen Verhältnisen zu leben.

Budgetieren bezahle dich zuerst_geld-katze.de

Zudem wird viel bewusster konsumiert und gespart. Plötzlich werden ganz neue Möglichkeiten des Sparen bewusst gemacht.

Du hast mit dem Budgetieren nicht nur mehr Spaß, sondern kannst auch aktiv an deiner finanziellen Freiheit arbeiten. Du nimmst das Steuer in die Hand!

Das Budgetieren hört hier natürlich nicht auf. Je nachdem wie weit du es treiben möchtest, könntest du z.B. noch einen Spartopf aufmachen (separates Budget Konto) und dort die Summen einzahlen, die am Ende des Monats noch übrig geblieben sind. Ist der Topf gefüllt, wird zum Beispiel ein neues Auto gekauft.

Zum Schluss möchte ich noch erwähnen, dass ich Rebi bald wieder treffen werde…diesmal nicht in einem Kaffee am Wiener Platz, sondern bei ihr zuhause. Dort ist es schöner, ruhiger und der Kaffe kostet auch ein ganzes Stück weniger.

Wie budgetiert ihr heute? Gefällt euch Rebis Methode? Ich freue mich über eure Kommentare und e-Mails!

Lebt in Freiheit und mit Leidenschaft,

Euer Michael

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About the Author

Ich bin Michael Katzmann und meine Mission ist es, das Wissen um Finanzen und Geld einfach und verständlich zu vermitteln.

Ja, jch bin ein Finanz-Nerd und seit 15 Jahren im Geschäft.

Warum ich die Geldkatze gegründet habe?

Ganz einfach.

Es geht mir ziemlich auf die Nerven wie sehr wir alle von der Finanzindustrie veräppelt werden. Ich weiß woven ich spreche, da ich selber in dieser Industrie gearbeitet haben und nun die Seiten gewechselt habe…

Ich verkaufe keine Finanzprodukte, sondern zeige Dir, wie Du die richtigen Entscheidungen triffst.

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