Die sieben größten Investmentmythen

By Michael Katzmann | Thema der Woche

Warum es Investmentmythen gibt und woher sie kommen

Investmentmythen? Gibt es sowas wirklich?

Ja und ob! In diesem Beitrag zeige ich dir die sieben größten Investmentmythen unserer Zeit.

Dabei spielen Banken und Investmenthäuser eine große Rolle. Denn oft zeigen sie uns nur die halbe Wahrheit und sorgen dafür, dass wir eine Menge Geld verlieren.

Bitte nicht falsch verstehen: Banken und Fonds erfüllen eine wichtige Aufgabe in unserer Gesellschaft.

Banken sind, in ihrem Ursprung, ein sehr wichtiger Teilbereich unserer Wirtschaft und haben uns zu unserem heutigen Wohlstand verholfen. Sie finanzieren Häuslebauer, genauso wie Windkrafträder und moderne Batteriefabriken für eine grünere Umwelt.  

Auch Investmentfonds sorgen weltweit dafür, dass unser Geld professionell und vor allem profitabel angelegt wird. Viele Pensionskassen investieren das Geld für ihre Anleger, sodass sie später eine gute Rente erhalten. Viele Millionen Menschen hängen von den Erfolgen dieser Investmenthäuser ab.

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Jedoch fanden in den letzten Jahrzehnten massive Veränderungen statt. Ich habe (persönliche Meinung!) manchmal den Eindruck, dass nicht mehr der Kunde, sondern der Profit der Geldhäuser im Vordergrund steht.

Es werden riskante Zertifikate an Rentner verkauft, weil der Verkaufsdruck vom Chef so hoch ist. Andere Investmenthäuser und Versicherungen verkaufen teure und komplizierte Produkte, verlangen dafür horrende Gebühren, obwohl diese dabei zu allem Übel auch noch viel schlechter abschneiden, als die simpleren und kostengünstigen Alternativprodukte.

Siehst du das genauso? Teilst du dieses Gefühl mit mir?

Also, lass uns auf die Spuren der sieben größten Investmentmythen gehen!

 

Investmentmythos Nr. 1 – Garantien

In dieser Welt kann man sich keiner Sache sicher sein, mit Ausnahme des Todes und der Steuern.

— Benjamin Franklin

Garantierte Zinsen, garantierter Kapitalerhalt, garantierter so und so… Wir sind eine sicherheitsbedürftige Bevölkerung (wer nicht?) und wir vertrauen auf die ausschweifenden Marketingsprüche der Banken, Fonds und Versicherer.

Jedoch ist nichts garantiert!

Investmentgesellschaften, wie auch Versicherungen, müssen das eingesammelte Geld re-investieren. Also in andere Anlagen stecken.

Doch welche Anlage ist heute noch sicher?

Wenn du z.B. einen Garantiezins von 3 % bekommst, dann müssen die Investmentgesellschaften dafür sorgen, dass dein investiertes Kapital über den 3% liegt.

Warum?

Der gesamte Verwaltungsapparat, wie z.B. die Marketingabteilung, die Mieten, die Investmentmanager usw., müssen ja auch bezahlt werden. Desweiteren werden noch ordentliche Gewinne für die Besitzer der Investmentgesellschaften erwartet.

Um dies zu schaffen, investieren sie in „sichere Anlagen”, die über 3% liegen, wie z.B. Staatsanleihen von Ländern mit guter Bonität. Aber diese Sicherheit steht eben nur auf dem Papier.

Die Wahrscheinlichkeit, dass diese Länder (z.B. Deutschland, USA, Schweiz) in die Schieflage geraten, ist gering. Nichtsdestotrotz handelt es sich auch hier wieder nur um Wahrscheinlichkeiten und nicht um Garantien!

Seit der Finanzkrise wissen wir, dass nichts absolut sicher ist und Länder ggf. Finanzkonzerne, die diese Garantien ausgesprochen haben, mit Steuergeldern stützen müssen. Dabei haben sich Staaten enorm verschuldet (siehe Griechenland, Irland, etc.) und dadurch ist auch die Wahrscheinlichkeit der garantierten Rückzahlung von solventen europäischen Staaten gesunken.

Merkst du was?

Welches Szenario bietet sich uns beispielsweise, wenn auch die sicheren Länder” plötzlich in eine schlechtere finanzielle Lage geraten? Das ist nicht unwarscheinlich. Deutschland konnte z.B. schon 7 Mal seine Schulden nicht begleichen und die Garantien sind damit auch flöten gegangen.

Die Moral von der Geschicht: Es gibt keine Garantien!

 

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Investmentmythos Nr. 2 – Investiere mit uns – wir sind besser als der Markt

„The goal of the nonprofessional should not be to pick winners — neither he nor his ‚helpers‘ can do that — but should rather be to own a cross section of businesses that in aggregate are bound to do well. A low-cost S&P 500 index fund will achieve this goal.“

—Warren Buffett, 2013 letter to shareholders 

In einem Zeitraum von 15 Jahren, von 1983 bis 1998, konnten nur 8 von 200 Fondsmanagern den amerikanischen S&P 500 Index schlagen.

Und in den letzten Jahrzehnten hat sich die Lage nicht verbessert.

Wie hoch schätzt du die Chancen ein, dass du genau in die richtigen Investmentfonds investierst, also in die, die besser als der Gesamtmarkt (Benchmark) abschneiden?

Statistisch gesehen, hast du eine Chance von 4% (8 / 200). Warum behaupten also so viele Fonds, dass sie so gut seien?

Wär es nicht klüger, auf die restlichen 96% zu setzen und einfach einen S&P 500 Indexfonds (ETF) zu kaufen?

Warum es dir dein Bankberater noch nicht empfohlen hat? Weil es bei dieser Anlageform so gut wie nichts zu verdienen gibt.  

Mit einem Investment in einen Indexfonds kaufst du dich z.B. in die gesamte Deutsche Wirtschaft ein. Zu wenig? Dann kannst du dich auch in die gesamte amerikanische und sogar die Weltwirtschaft einkaufen und das gegen sehr geringe Gebühren.

Das Geniale daran ist, dass du statistisch gesehen besser abschneidest als 96% der anderen Anleger, die in einen gemanagten Investmentfonds investieren.

 

Investmentmythos Nr. 3 – Gebühren: Ach, die fallen doch nicht ins Gewicht

„The mutual fund industry is now the world’s largest skimming operation, a $7 trillion trough from which fund managers, brokers, and other insiders are steadily siphoning off an excessive slice of the nation’s household, college and retirement savings.“

—Senator Peter Fitzgerald

In dem im Jahr 2011 erschienenen Artikel „The Real Cost Of Owning A Mutual Fund”, des Forbes Magazins, deckt Ty Bernicke die gesamten Kosten eines Investmentfonds auf. Die durchschnittlichen Kosten können sich dabei auf ganze 3,7% pro Jahr belaufen.

Ist das viel? Hell yeah!

Am folgenden Beispiel zeige ich dir, welche Auswirkungen nur 3%, für einen Anlagezeitraum von 30 Jahren, auf dein Vermögen haben können.

Simon investiert 100.000 € zu   7%   (-3% jahrliche Kosten) = 324.339,74 €

Corinne investiert 100.000 € zu 7%   (-2% jahrliche Kosten) = 432.194,24 €

Franca investiert 100.000 € zu  7%   (-1% jahrliche Kosten) = 574,349,12 €

Gleiches investiertes Kapital, gleicher Investmenthorizont und doch hat Franca über 250.000 Euro mehr als Simon.

Wie das kommen kann?

Simon hat auf seinen Finanzberater gehört und einen „tollen” Investmentfonds gekauft. Franca kannte dagegen bereits die Investmentmythen der Finanzindustrie und hat sich für einen günstigen und breit diversifizierten Indexfonds entschieden (der mit einer Wahrscheinlichkeit von 96% besser ist als der gemanagte Investmentfonds).

Wichtig zu erwähnen ist, dass ein Indexfond zwischen 0% und 1% pro Jahr kosten kann. Dabei belaufen sich die Kosten für einen sehr liquiden Indexfonds (in den viele Menschen investieren) gegen 0% und sehr exotische Indexfonds (z.B. der Index der Mongolei – in diesen investieren eher wenige Menschen) belaufen sich auf bis zu 1%.

Wenn du dann noch bedenkst, dass ein Indexfonds ca. 96% aller Fondsmanager schlägt und diese dir im Durchschnitt auch noch bis zu 3,7% berechnen, dann haben wir es hier schwarz auf weiß: Ein weiterer Investmentmythos ist gelüftet.

Du siehst, dass die obige Rechnung mit Simon, Corinne und Franca eben doch noch sehr konservativ ist.

Es geht hier um eine viertel Millionen Euro (!!!) und der Unterschied könnte noch wesentlich größer ausfallen.

Gebühren haben eine sehr starke Auswirkung auf dein Vermögen und damit auf deine finanzielle Freiheit.

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Investmentmythos Nr. 4 – Ich arbeite nur zu Ihrem Besten

“Wie kann mich ein Finanzberater gut Beraten, wenn sein Gehalt und damit die Versorgung seiner Familie, nicht von meinem Mehrwert abhängt, sondern von der höchsten Provision und dem Druck seines Chefs”

—Michael Katzmann

Ich bin der festen Überzeugung, dass die meisten Finanzberater nur das Beste für ihre Kunden wollen. Bloß bringt das Beste für Ihre Kunden nicht immer das Essen auf den Tisch der Familie.

Dabei steckt der Berater oft in der Zwickmühle: Verkauft er das Produkt, das von seinem Chef angeordnet wurde oder das, was vielleicht weniger für die Bank, den Investmentfonds oder die Versicherung einbringt, aber besser für den Kunden ist.

Wie würdest du in so einer Situation reagieren?

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass Banker früher noch persönlich haftende Gesellschafter der Bank waren. Im schlimmsten Fall bedeutete dies, dass das Schlechte für den Kunden, den Ruin für die Gesellschafter und deren Familien mit sich brachte.

Nun leben wir in anderen Zeiten. Kaum noch ein Banker haftet persönlich für seine Geschicke, was ich sehr schade finde.

Dadurch entstehen unter anderem Unmengen von Skandalen. Alleine die Rechtskosten bei der Deutschen Bank belaufen sich auf 1,5 Milliarden Euro. Und das ist nur die Spitze des Eisbergs…

 

Investmentmythos Nr 5 – Die Erfolge des Fonds werden richtig dargestellt

Wenn du nun auf der Suche nach einem guten Investmentfonds bist, dann schaust du dir meist erst einmal an, wie sich dieser Fonds in den letzten Jahren entwickelt hat. Schillernde Charts werden die angezeigt und vermitteln dir, wie viel Geld du in den letzten Jahren doch hättest verdienen können.

Jedoch wird dir hier eine Performance angezeigt, die nicht alle Gebühren mit einkalkuliert.

Was das bedeutet?

Du hättest nicht das bekommen, was dir angezeigt wird, sondern einen viel niedrigeren Wert!

Die zweite Art, einen Investmentfonds aufzuhübschen, ist das sogenannte Window Dressing.

Weil Fondsmanager ihre Kaufentscheidungen halbjählrich veröffentlichen müssen, kaufen viele Manager kurz vor der Veröffentlichung Aktien, die unterjährig gut gelaufen sind und verkaufen die Werte, die eine schlechte Performance geleistet haben.

Dadurch wird vorgegaukelt, dass der Manager genau auf die richtigen Pferde gesetzt hat. Dass der Fonds und damit das Geld seiner Anleger trotzdem darunter leiden, scheint dabei nicht so wichtig zu sein. Hauptsache die Namen und Zahlen „glitzern” auf dem Papier.

Viele wundern sich dann, warum z.B. der DAX 3% Kursgewinne gemacht hat und der Fonds bei Minus einem Prozent liegt. Obendrauf kommen noch Gebühren, die einem dann restlos die Sprache verschlagen.

Kein Wunder also, dass sich viele Leute von der Industrie veräppelt fühlen.

 

Investmentmythos Nr. 6 – Wir machen das Beste aus deiner Riester Rente

Vater Staat ist vor einigen Jahren aufgefallen, dass die Renten in Deutschland nicht mehr sicher sind.

In weiser Voraussicht spornt er seine Bürger dazu an, privat vorzusorgen. Dies geschieht unter anderem mit der staatlich geförderten Riester Rente.

Persönlich finde ich das Konzept gut. Doch leider wird auch hier wieder Schindluder betrieben.

Stiftung Warentest hat u.a. herausgefunden, dass es erhebliche Unterschiede bei den verschiedenen Anbietern gibt.

So werden Riester-Fonds­sparpläne und Riester-Renten­versicherungen mit einem Investmentfonds gekoppelt, um langfristig eine bessere Rendite zu erreichen, um damit a) das Inflationsmonster zu überlisten und b) Altersarmut zu verhindern.

Und welche Investmentfonds werden uns dabei angedreht?

Die vorherigen Investmentmythen geben dir eine bittere Vorahnung… du vermutest es wahrscheinlich schon: Es werden oft nicht die besten und günstigesten Investmentfonds angeboten, sondern die, die am meisten Geld für die Anbieter, sprich Banken, Versicherungen und Co. bringen.

Falls du dich dazu entscheidest, eine Riester Rente abzuschließen, würde ich an deiner Stelle ein paar Euro in die Recherche investieren. Es ist teilweise erschreckend, welche Unterschiede durch Stiftung Warentest herausgefunden wurden.

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Investmentmythos Nr. 7 – Ich weiß nicht, wie Investieren funktioniert

Okay… mal ehrlich: Die Einzigen, die uns daran hindern, wirklich erfolgreich zu sein, sind nicht die Anderen. Es geht nie um die Limitierungen, die uns Andere auferlegen, sondern nur um die, die wir uns selbst setzen.

Wir sind, was wir denken!

Und das gilt für alle Lebensbereiche.

Als mündige Bürger haben wir das große Glück, unser Leben selbst zu gestalten. Dazu gehören auch Finanzen.

Ich weiß, wie schwer es sein kann, sich mit Sachen zu beschäftigen, die einen nicht wirklich interessieren…jedoch gibt es Dinge im Leben, die einen (wenn man sie nicht beachtet) so richtig in den Hintern beißen können.

Dabei geht es nicht darum, zu einem Investmentguru zu werden, sondern nur darum, ein paar einfache Grundregeln zu lernen und in der Praxis zu beachten.

Und wir sollten uns eine Sache vor Augen führen: Jeder von uns IST bereits ein Investor. Geld zu besitzen, ist eine Investmentform. Sich ein Auto oder ein Haus zu kaufen, ist eine Investition. Die Frage, die sich stellt, ist, ob du ein guter oder ein schlechter Investor bist.

Ich schreibe in meinen Beiträge von Menschen, die es z.B. schon mit 30 geschafft haben, finanziell frei zu sein. Richtiges Sparen ist ein Geheimnis und eine einfache Wahrheit ist: Nicht das, was du verdienst, macht dich reich – sondern das, was du behältst.

Fazit der 7 Investmentmythen

Investmentmythen wurden dazu geschaffen, um uns das Geld aus der Tasche zu ziehen. Um das zu verhindern, ist es sinnvoll sich weiter zu bilden und nicht auf die Tricks der „schwarzen Schaffe“ herein zu fallen.

Du hast es in der Hand, dein finanzielles Schicksal selbst zu bestimmen. Informier dich! Es gibt tolle Bloggerkollegen, wie z.B. den Finanzrocker, Sauerkraut und Zaster und den Dividendenhamster. Alle veröffentlichen geniale Beiträge zum Thema Geld und Vermögensaufbau.

Konnte ich dir mit diesem Beitrag einen Mehrwert liefern?

Ich hoffe, dass die sieben größten Investmentmythen keine Mythen mehr für dich sind.

Ich freue mich wieder sehr über dein Feedback. Bis zum nächsten mal.

Lebt in Freiheit und mit Leidenschaft,

Euer Michael

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About the Author

Ich bin Michael Katzmann und meine Mission ist es, das Wissen um Finanzen und Geld einfach und verständlich zu vermitteln. Ja, jch bin ein Finanz-Nerd und seit 15 Jahren im Geschäft. Warum ich die Geldkatze gegründet habe? Ganz einfach. Es geht mir ziemlich auf die Nerven wie sehr wir alle von der Finanzindustrie veräppelt werden. Ich weiß woven ich spreche, da ich selber in dieser Industrie gearbeitet haben und nun die Seiten gewechselt habe... Ich verkaufe keine Finanzprodukte, sondern zeige Dir, wie Du die richtigen Entscheidungen triffst.

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