Was Inflation mit deinem Geld zu tun hat

By Michael Katzmann | Fakten über Geld

Das Schreckgespenst Inflation

Inflation frisst dein Geld auf! Vielleicht hast du diesen Satz schon mal gehört und dich gefragt, was es damit auf sich hat.

Dieses geheimnisvolle Wort, das Politiker, Unternehmer und Investoren in Schrecken versetzt. Ja sogar ganze Wirtschaftsräume in den Abgrund ziehen und dazu noch das Verhalten ganzer Nationen und derer Bürger steuern kann.

Die Inflation ist ein wesentlicher Indikator dafür, wie viele Zinsen wir auf unser Sparbuch bekommen und reguliert zudem den Preis unserer Kredite.

Aber was ist Inflation und warum sollte dieses „Ungetüm“ dein sauer verdientes Geld vernichten?

Inflation _ein trockener Fluss_Gelkatze

 

Darf ich vorstellen: Die Inflation

Das Wort Inflation kommt aus dem lateinischen und bedeutet so viel wie „sich aufblasen“, „Aufschwellen“.

Nein, es handelt sich hier nicht um C-Promis oder berühmte Fußballer oder Politiker.

Mit sich „sich aufblasen“ ist die Preissteigerung von Gütern gemeint, also von allem, was du kaufen kannst. Vom Apfel bis zur Miete, vom Benzin bis zur Porzelanvase.

Wie sich Preise aufblasen können, siehst du im folgenden Beispiel. Die Entwicklung der Inflation für eine Maß Bier auf dem Oktoberfest!

Inflation _Geldkatze_Bierpreisentwicklung Oktoberfest

Quelle: Oktoberfest.de

An der Tabelle kannst du sehen, wie sich die Preise seit 1955 entwickelt haben. Heute bezahlen wir einen stolzen Preis von bis zu 10,10 € pro Liter, wobei es 1955 gerade mal 0,90 Cent waren. Diese Entwicklung, also die Preissteigerung, trifft so gut wie auf jedes Gut zu, dass wir konsumieren. Angefangen von unserem morgendlichen Brot (Preis 1950 bei ca. 0,20 Cent – heute 3,40 €), über die Butter (1950 ca. 2,76 € pro Kilo, heute über 5 €), bis hin zu Gegenständen wie ein neues Auto (Mercedes 200D Limousine, 1972 für 7,215 €) oder Mieten. All diese Preise steigen mit der Zeit (teilweise rasant) an. Im Grunde genommen, hat dein Geld an Wert verloren und deshalb musst du mehr für ein Produkt bezahlen. Umgekehrt bedeutet es, dass deine Kaufkraft geringer wird.

 

Ist es nun schlecht, dass es Inflation überhaupt gibt?

Um die Frage zu beantworten, schauen wir uns kurz an, wie Inflation gemessen wird:

Das statistische Bundesamt hat einen Warenkorb angelegt, in dem die Preise von 750 Produkten zusammengefasst sind. Je nach Verbrauch wird dieser Warenkorb gewichtet. Sachen des täglichen Gebrauchs wie z.B. Miete, Benzin, Brot usw. bekommen eine höhere Gewichtung als z.B. Obstschalen, Schraubenschlüssel, Regenschirme usw.

Ein wichtiges Detail ist, dass jeder von uns im Grunde genommen eine persönliche Inflationsrate hat, die dem Warenkorb des statistischen Bundesamtes nicht ganz entspricht. Ein Student hat ein anderes Konsumverhalten als eine Familie Mutter oder ein Rentner. Je nach deinem Kaufverhalten liegst du also über oder unter der Inflationsrate, die in Zeitungen und TV vermittelt wird.

Um die Inflation zu ermitteln, werden also die Preise von z.B. 2014 mit denen von z.B. 2013 verglichen und dadurch eine Metrik entwickelt, die sich dann Inflationsrate nennt. Dadurch wird gezeigt, wie sehr sich die Preise „aufblasen“.

Und wie entsteht das „sich aufblasen“?

Einfach gesagt, wird der Preis eines jeden Gutes (wenn nicht verzehrt durch Monopole oder sonstige Eingriffe vom Staat) durch Angebot und Nachfrage bestimmt. Wenn es z.B. eine übergroße Nachfrage nach Butterbrezen gibt und die Produzenten nicht mehr hinterherkommen, weil die Kapazitäten für Butter (z.B. zu wenig Kühe) und Brezen (zu wenig Bäcker und Teig) fehlen, dann steigen automatisch die Preise, weil die Nachfrage (Kaufen) von den Gütern höher ist als das Angebot (Produktion von Butter und Brezen).

Das ist im Grunde genommen nichts Schlechtes. Wenn die Preise steigen und die Produktionskapazitäten erreicht sind, investieren die Butter- und Brezenproduzenten mehr in ihr Geschäft. Das kann bedeuten, das sie mehr Leute einstellen, höhere Gehälter zahlen, mehr Investitionen in Maschinen tätigen (Butter und Brezenmaschinen) und dadurch wiederum eine größere Nachfrage auf dem Arbeitsmarkt entstehen kann. Die Maschinenbauer freuen sich, denn für sie gibt es auch mehr Arbeit und der gleiche Kreislauf wie bei den Butter- und Bretztenproduzenten beginnt vom neuen.

Das ist jetzt nur ein fiktives Beispiel, aber so in etwa laufen Preissteigerungen ab. Man nimmt den gewichteten Durchschnitt der Preise von einer Vielzahl von Produkten und voilà, wir haben eine Inflationsrate.

Inflation _Preisentwicklung von 1970 bis 2014_Geldkatze

Quelle: Statistisches Bundesamt, Lange Reihe. Stand 2014

In der Grafik kannst du sehen, wie sehr sich die Inflation im Laufe der Zeit verändert. Mit Spitzen von bis zu 7,1% in den Siebzigern bis hin zu den Tiefpunkten von -0,1% in den Achtziger Jahren war alles dabei.

Das Gegenteil von Inflation, nennt man Deflation und das ist ganz schön gefährlich.

Dabei sinken die Preise weil es ein überangebot an Waren gibt. Üblicherweise kommt eine Deflation mit einer wirtschaftlichen Krise einher. Es wird weniger Produziert, Menschen werden entlassen und damit steigt die Arbeitslosigkeit. Der Staat nimmt weniger Geld ein und dadurch wird z.B. weniger in Bildung und Infrastruktur investiert. Ein Teufelskreis entsteht. Wenn du mehr über Deflation erfahren möchtest, dann sieh dir diesen Wikipedia Eintrag an.

Neben der Inflation durch eine gut laufende Wirtschaft, gibt es noch andere Möglichkeiten, wie Inflation entstehen kann. Und das kann sehr sehr gefährlich werden…

 

Die gefährliche Inflation

Die Angst vor Inflation kommt nicht von Ungefähr. Eine geringe Inflation ist vom Staat und von den Zentralbanken erwünscht. So liegt das Inflationsziel der Europäischen Zentralbank bei 2%. Warum genau 2%, kann keiner genau sagen… dass sie wichtig ist, haben wir soeben im Butter- und Brezenbeispiel gesehen.

Doch wann wird eine Inflation gefährlich für eine Wirtschaft und die Bürgen?

Bei uns in Deutschland ist es gar nicht so lange her, dass wir eine enorme Inflation hatten. Sie war so groß, das wir sie Hyperinflation tauften und sie machte die Menschen über Nacht zu Millionären und dann zu Milliardären!

Wie das geht?

Das Geld hat rasant an Wert verloren! Es wurde zu viel Geld gedruckt und damit der Wert des Geldes im wahrsten Sinne des Wortes entwertet.

Oft wird die Geschichte eines amerikanischen Abgeordneten beschrieben, der 1923 Deutschland besuchte und für sieben Dollar ganze vier Milliarden Mark bekam. Das Essen im Restaurant kostete eineinhalb Milliarden Mark, und der Kellner bekam vierhundert Millionen Mark Trinkgeld. Eine Hyperinflation hatte Deutschland in den zwanziger Jahren heimgesucht und weite Bevölkerungskreise arm gemacht.

Dies ist geschehen, weil die damalige Bundesbank massiv Geld gedruckt hat, um die Schulden aus dem ersten Weltkrieg zu bezahlen. Es entstand eine Hyperinflation, denn die Geldmenge ist überpropotional zu den produzierten Gütern der Volkswirtschaft gestiegen.

Hier noch ein fiktives Beispiel, um es zu veranschaulichen:

Nehmen wir an, in einem Wirtschaftskreislauf werden 100 Bananen produziert und die Geldmenge in diesem Wirtschaftskreislauf beträgt 100 €. Also gibt es für jede Banane einen Euro. Immer wenn mehr Bananen produziert wurden, wurde auch die Geldmenge erhöht, so das relativ konstante Preise herschen (z.B. von 99 Bananen auf 100 Bananen wurde die Geldmenge um 1 €, also von 99 € auf 100€ erhöht).

Wenn aber die Zentralbank dieser (Bananen-)Wirtschaft plötzlich entscheidet, dass viel mehr Geld gedruckt werden muss, um Kriegsschulden zu begleichen oder die Wirtschaft zum Wachsen zu bringen, dann wird es gefährlich.

Sagen wir mal, am ersten Tag wird die Geldmenge verdoppelt. Also hat man noch immer 100 Bananen, jedoch 200 € im Kreislauf. Die Banane würde dann automatisch 2 € Kosten, weil das Geld an Wert verloren hat und keine zusätzlichen Bananen produziert wurden.

Du als Konsument verdienst aber nicht das Doppelte und so wird das Gut für dich unerschwinglich. Stell dir vor, du bist auf dem Oktoberfest und am ersten Tag kostet die Maß 10,10 € und wenn du am nächsten Tag kommst, kostet sie 20,20 €!

Wenn nun noch mehr Geld gedruckt wird, verliert das Geld noch mehr Wert. Eine Hyperinflation entsteht und lässt jeden, der Geld besitzt, ganz schnell arm werden.

 

Wie wir uns vor dem gierigen Monster schützen können

Die Inflation nagt auch an deinem Geld. Ja, gerade in diesem Moment sorgt sie dafür, dass es weniger Wert hat und du in Zukunft weniger Mittel hast und damit deine Kaufkraft sinkt.

Nehmen wir an, du hast von deiner Oma 1992 eine Geldsumme von 10.000 € bekommen und du legst sie auf dein zinsloses Girokonto um dir irgendwann mal etwas Schönes zu kaufen.

Wenn wir nun die durschnittliche Inflationsrate von Deutschland der letzten 20 Jahren betrachten, in diesem Fall ca. 2,1 % pro Jahr, dann wäre dein Geld am Ende der 20 Jahre gerade mal 6.599,11 € Wert. Du verlierst faktisch über 3.400 € !

Inflation _Wie viel Geld du verlierst wenn du es nicht anlegst_Geldkatze

Die Berechnungen kannst du unter diesem Zinsrechner nachvollziehen.

Nochmal: du verlierst im wahrsten Sinne des Wortes Geld.

Was man dagegen tun kann?

Du weißt es bestimmt bereits: Um deine Kaufkraft zu behalten bzw. sogar zu steigern, musst du dein Geld anlegen, also Investieren.

Wenn wir wieder ein fiktives Beispiel nehmen und sagen, dass die Inflationsrate in Deutschland bei 2% liegt, dann müsstest du zumindest 2% Zinsen, Dividenden, etc. auf dein Geld bekommen, damit du nicht ärmer wirst!

Jeder Prozentpunkt, der über der (persönlichen) Inflationsrate liegt, ist dann dein Gewinn und du wirst damit reicher. Aber erst dann.

 

Auf zur Tat

Wieviel Bargeld besitz du momentan?

Und wieviel davon wird gerade von der Inflation gefressen?

Wenn du dein Geld bereits gewinnbringend investierst, ist die Rendite dann höher als die Inflation?

Inzwischen hast du bestimmt berechnet, wie hoch deine finanzielle Sicherheit ist und damit angefangen, dir diese Versicherung” aufzubauen. Kurz zur Erinnerung: Es ist sinnvoll mindestens 6 Monate deiner Lebenshaltungskosten immer schnell (liquide) zur Verfügung zu haben. Dies erreichst du, indem du das Geld auf einem Konto hast, auf das du schnellen Zugriff hast.

Damit die Inflation nicht an deiner Sicherheit bzw. an deinem Vermögen nagt, solltest du ggf. ein Tagesgeldkonto einrichten. In vielen Fällen gibt es Neukundentarife (erst kürzlich hat mir eine Bank 2,5 % auf das Tagesgeld angeboten), die dich sogar noch etwas reicher machen und dir darüber hinaus dabei helfen, dem Inflationsmonster ein Schnippchen zu schlagen. Solch ein Konto lässt deine finanzielle Sicherheit wachsen und hilft dir sogar ein Stück weit beim Erreichen deines Ziels der finanziellen Freiheit.

Denk bitte daran, das du in Puncto Geld immer nur zwei Möglichkeiten hast: Konsumieren oder Investieren (ich zähle Sparen zum investieren).

Sorge dafür, dass das Geld, nachdem du es für deine Bedürfnisse und Wünsche konsumiert hast, gewinnbringend gespart bzw, investiert wird. Wenn du das nicht machst, wird dein hart verdientes Geld einfach so von dem Inflationsmonster gefressen!

Willst du das?

Am besten du nimmst dir gleich Stift und Papier zur Hand, rechnest deine Vermögenswerte auf und schaust nach, wieviel Rendite du darauf bekommst.

Hier zeige ich dir wie du das machen könntest:

Inflation _wie man seine Rendite nach Abzug der Inflation berechnet_Geldkatze

Dazu summierst du dein gesamtes Vermögen (Bargeld, Aktien, Anleihen, etc.) und setzt überall die Rendite (Zinsen, Dividenden) an den Rand.

In der nächsten Spalte kannst du sehen, wie hoch deine Rendite bzw. deine Kaufkraft vor der Inflation ist (in diesem Fall ein Plus von 530 € nach einem Jahr). Nach Abzug der (Warenkorb-) Inflation, werden 11 € auf dem Girokonto vernichtet” und deine gesamte Rendite sinkt auf 375 €.

An diesem Beispiel können wir sehen, wie die Inflation auf deine Kaufkraft wirkt und wieviel du real verdienst bzw. verlierst. Unten Links in der Grafik möchte ich dir zeigen, was passiert, wenn du dein Geld nicht für dich „arbeiten” lässt. Du verlierst in diesem Fall 155 € für dieses Jahr.

Wie fühlt sich das an? Hast du schon mal Geld auf der Straße verloren? Einfach so, sind deine 150€ weg.

Denk daran, dass wir in der heutigen Zeit eine ungewöhnlich niedrige Inflation haben und die Europäische Zentralbank gerade den Markt mit Geld überflutet, um die Wirtschaft zu stimulieren, um ihr Ziel von 2% Inflationsrate zu erreichen. 1990 hatten wir noch eine Inflationsrate von über 5% (heute ca. 1%). Wie du oben bereits gesehen hast, liegt die durchschnittliche Inflation der letzten 20 Jahre bei ca 2%.

Hast du Stift und Papier bereits zur Hand genommen?

Berechne am besten gleich deine Rendite!

Hier kannst du deine persönliche Inflationsrate kalkulieren.

Wenn deine Rendite geringer als die Inflationsrate ist, solltest du so schnell wie möglich handeln!

Du könntest z.B. das Geld vom Girokonto sofort auf das Tagesgeldkonto übertragen. Dich nach lukrativen Investments umschauen.

Wenn du nach besseren Dividendenpapieren (z.B. Aktien) ausschau hälst, dann kann ich dir wärmstens den Blog des Dividendenhamsters empfehlen. Dort bekommst du einen super Einblick in Techniken, mit denen man mit Wertpapieren einen regelmäßigen Dividendenstrom erzeugt. Ich habe den Betreiber, René, persönlich kennengelernt und ich bin von seiner Strategie überzeugt.

Heute haben wir gesehen, dass Inflation wichtig für die Wirtschaft ist (2% Inflation als Ziel der EZB), aber auch zum Monster (Hyperinflation) mutieren kann. Du verlierst automatisch jeden Tag, wenn du dein Geld nicht anlegst und eine Rendite erwirtschaftest, die oberhalb der Inflationsrate liegt.

Wie sieht es mit deinem Geld aus?

Ich freue mich über jeden Kommentar und dein Feedback!

Lebt in Freiheit und mit Leidenschaft,

Euer Michael

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About the Author

Ich bin Michael Katzmann und meine Mission ist es, das Wissen um Finanzen und Geld einfach und verständlich zu vermitteln.

Ja, jch bin ein Finanz-Nerd und seit 15 Jahren im Geschäft.

Warum ich die Geldkatze gegründet habe?

Ganz einfach.

Es geht mir ziemlich auf die Nerven wie sehr wir alle von der Finanzindustrie veräppelt werden. Ich weiß woven ich spreche, da ich selber in dieser Industrie gearbeitet haben und nun die Seiten gewechselt habe…

Ich verkaufe keine Finanzprodukte, sondern zeige Dir, wie Du die richtigen Entscheidungen triffst.

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