Schulden – Was ist der Unterschied zwischen guten und schlechten Schulden

By Michael Katzmann | Fakten über Geld

Schulden sind etwas Schlechtes. Oder?

Schulden oder Eine Schuld zu haben, fühlt sich per se immer schlecht an. Bei jemanden in der Kreide zu stehen, dieses ungute Gefühl möchte jeder von uns am liebsten vermeiden.

Doch Schulden, bzw. Kredite erfüllen einen wichtigen Zweck für unsere Wirtschaft. Sie sorgen dafür, dass Unternehmen investieren und ein steigendes Kreditvolumen ist ein guter Indikator für eine wachsende Wirtschaft, die wiederum Arbeitsplätze und Wohlstand schafft.

Auf der anderen Seite: Sind denn nicht gerade die Schulden dafür verantwortlich, dass Griechenland pleite ist und höchstwahrscheinlich aus dem Euro muss?

Die Deutsche Staatsschulden Uhr tickt unaufhörlich und scheint ins unermessliche zu wachsen. Die Rechnung bezahlen dann unsere Kinder und Enkel.

Es gibt sie, die guten Schulden.

Also wann sind Schulden gut und wann sind sie schlecht?

Wenn Unternehmen Schulden aufnehmen, um Investitionen zu tätigen oder Staaten Geld brauchen, um Straßen und Schulden zu bauen, sind Schulden gut. Sie bringen einen Mehrwert für die Kunden des Unternehmens oder die Bevölkerung der Staaten. Durch die Investitionen eines Unternehmens wird das Produkt z.B. besser oder billiger, sodass sich das Unternehmen von seiner Konkurrenz abhebt und mehr verkauft. Schulden sorgen dafür, dass unsere Kinder eine gute Ausbildung bekommen und später ggf. mehr verdienen. Dadurch nimmt der Staat höhere Steuern ein.

Und wie sieht es mit uns, den “ganz normalen Leuten” aus?

Bei uns ist es ähnlich, wie bei Unternehmen und Staaten. Schulden sind gut, wenn sie einen echten finanziellen Mehrwert bringen.

Dieser Mehrwert drückt sich dadurch aus, dass wir am Ende mehr haben als am Anfang. Mehr als am Anfang kann vieles bedeuten. Aber stell dir vor, du hast mehr Zeit, weil du deine Arbeit schneller und besser erledigen kannst. Oder ganz profan: Du hast mehr Geld am Ende.

Wenn du z.B. eine Immobilie kaufst und renovierst, die 100.000 € wert ist, du aber nur 30.000 € zur Verfügung hast, dann musst du einen (Immobilien-) Kredit aufnehmen und hast Schulden bei der Bank.

Sagen wir mal, dieser Kredit kostet dich 3% Zinsen und du zahlst jeden Monat z.B. 400 € an Zins und Tilgungszahlung an die Bank. Gibt man diese Zahlen in einen Rechner für Baufinanzierung ein, so dauert es 19,2 Jahre, bis du deinen Kredit abgezahlt hast.

Aber genau diese renovierte Immobilie vermietest du und bekommst dafür 450 €. Dann bleiben dir am Ende des Monats 50 € und die restliche Summe geht an die Bank. Der Vermieter zahlt  deinen kompletten Kredit ab.

Am Ende der 19,2 Jahre hast du insgesamt 30.000 € für die Immobilie gezahlt und 11.520 € (50 € * 12 = 600 €, 600 € * 19,2= 11.520 €) eingenommen. Und noch dazu gehört dir eine Immobilie die 100.000 € oder ggf. sogar mehr Wert ist.

Das ist natürlich ein sehr einfaches Rechenbeispiel und zieht gewisse Faktoren nicht in Betracht, wie z.B. Reparaturkosten, Leerstand etc.

Aber das Essentielle ist, dass in du in diesem Fall gute Schulden gemacht hast!

Du hast mehr Geld, eine Immobilie die 100.000€ Wert ist und durch die Renovierung dieser Wohnung mehr Wohnraum geschaffen.

Ein weiteres Beispiel, was gute Schulden sind, ist die sogenannte 0% Finanzierung. Dabei möchten die Hersteller ihre Waren an den Kunden bringen und sie helfen dir dabei, indem du die Ware in kleineren Raten abbezahlen kannst. Dabei werden dir keine Zinsen berechnet und du bezahlst den Preis der auf dem Preisschild steht. Es entstehen also keine Extrakosten. Der Vorteil einer 0% Finanzierung ist, dass du die Opportunitätskosten nicht tragen musst und für dich nutzen kannst.

Sagen wir, dass du z.B. einen neuen Laptop brauchst um schneller und besser arbeiten zu können und das Gerät kostet 2.000 €. Du hättest das Geld, möchtest aber nicht die Opportunitätskosten tragen und du vereinbahrst eine 24 monatige 0% Finanzierung. Du zahlst eine monatliche Rate von 88 Euro und 34 Cent. Da du nicht das gesamte Geld sofort bezahlen musst, könntest du die 2.000 € auf ein Tagesgeldkonto legen und dafür Zinsen erhalten. Die monatlichen Raten werden dann von diesem Tagesgeldkonto abbezahlt. Hättest du die gesamte Summe sofort gezahlt, so wären dir die Zinsen auf dem Tagesgeldkonto entgangen.

Schulden Blogpic_Geldkatze_Gute Schulden helfen dir auf dem Weg zur finanziellen Freiheit

Doch da waren ja noch die schlechten Schulden.

Im Grunde genommen sind alle Schulden, die keinen Mehrwert bringen, schlechte Schulden. Die einzigen, die dabei verdienen, sind natürlich die Kapitalgeber, sprich: die Banken.

Wenn du dir z.B. ein Auto per Kredit kaufst, so ist das Auto in dem Moment der Vertragsunterzeichnung bereits weniger wert. Es entsteht ein hoher Wertverlust und abgesehen davon, dass du in einem schicken neuen Wagen fährst, zahlst du deine Schulden ab, ohne einen finanziellen Mehrwert zu haben.

Konsumgegenstände wie Autos, Fehrnseher, Handys usw. sollten nach Möglichkeit niemals mit Schulden gekauft werden. Die Zinsen fressen dein Vermögen auf und sorgen dafür, dass dein Ziel der finanziellen Freiheit in weite Ferne rückt.

Hin und wieder kommen wir jedoch in Situationen, in denen wir Schulden aufnehmen müssen. Ein Notfall in der Familie, der Verlust eines Jobs etc. Dann ist es wichtig, dass der Kredit so billig wie möglich ist. Solltest du einen Dispokredit aufgenommen haben, so zeige ich dir im Artikel Der Dispokredit – Feind deiner finanziellen Freiheit, wie du am besten vorgehen kannst, um den Schaden so gering wie möglich zu halten.

Die beste Art und Weise nicht in solch eine Situation zu geraten, ist es, eine finanzielle Sicherheit zu haben. Wenn du dir ein finanzielles Polster aufbaust, brauchst du auch nie einen schlechten Kredit aufzunehmen. Wie du das am besten machst, verrate ich dir im Artikel zur finanziellen Sicherheit.

Also, Schulden sind…

Zusammengefasst sind Schulden immer gut, wenn sie dir einen finanziellen Mehrwert bieten. Schulden bzw. Kredite sind sehr wichtig für Unternehmen, Staaten und eben für dich. Richtig eingesetzt können sie dir viele Vorteile bieten.

Umgekehrt sind schlechte Schulden der Feind deiner finanziellen Freiheit. Sie erinnern dich immer daran, dass du bei jemanden in der Kreide stehst und das ist ein sehr ungutes Gefühl.

Solltest du einen Dispokredit aufgenommen haben, dann sorge dafür, dass du diesen so schnell wie möglich gegen einen günstigeren Kredit auswechselst.

Wie du die guten Schulden für dich nutzt, verrate ich dir in den kommenden Artikeln.

Lebt in Freiheit und mit Leidenschaft,

Euer Michael

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About the Author

Ich bin Michael Katzmann und meine Mission ist es, das Wissen um Finanzen und Geld einfach und verständlich zu vermitteln. Ja, jch bin ein Finanz-Nerd und seit 15 Jahren im Geschäft. Warum ich die Geldkatze gegründet habe? Ganz einfach. Es geht mir ziemlich auf die Nerven wie sehr wir alle von der Finanzindustrie veräppelt werden. Ich weiß woven ich spreche, da ich selber in dieser Industrie gearbeitet haben und nun die Seiten gewechselt habe... Ich verkaufe keine Finanzprodukte, sondern zeige Dir, wie Du die richtigen Entscheidungen triffst.

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