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Budgetieren lernen – Einfach und schnell

By Michael Katzmann

Was bedeutet Budgetieren

Budgetieren hört sich erst mal sehr streng an. Unternehmen und Staaten stellen jedes Jahr ein neues Budget auf und manche machen es sogar monatlich.

Budgetierst du schon oder lässt du es einfach laufen?

Budgetieren - Du lernst

Doch was bedeutet budgetieren überhaupt und wie kann uns ein Budget auf dem Weg zur finanziellen Freiheit helfen?

Budgetieren ist…

Die Bezeichnung eines Betriebswirtschlaftlichen Planungsprozess, mit dem Ziel ein Budget zu erstellen. Ein Budget, auch Etat genannt, ist ein formulierte Plan von erwarteten Einnahmen und Ausgaben (Quelle: Wikipedia).

Ziel einer Budgetierung ist es, ein Szenario für die Zukunft (kurz-, mittel- und langfristig) zu erstellen, um die geplanten Gewinne (Usamtzprognose – Budget) besser einschätzen zu können.

Also, ganz einfach gesagt: Ungefähr wissen, was man in Zukunft ausgeben wird.

In unserem Fall bedeutet es, genug Geld zu haben, um es anschließend gewinnbringend zu investieren. Einnahmen minus Kosten (Budget) = Sparquote.

Puh! Das hört sich jetzt etwas kompliziert an. Für unsere Zwecke machen wir das Ganze, einfach. Im folgenden zeige ich dir welche Vorteile das Budgetieren für dich hat, wie du es mit Leichtigkeit anwenden kannst und welche Tools du dafür brauchst.

Eben einfach und besser mit Geld.

 

Wie Rebi mir das einfache Budgetieren beigebracht hat

Wer Rebi ist? Sie ist eine liebe Freundin und treue Leserin der Geldkatze.

Als ich sie letztes in einem Kaffee am Wiener Platz in München getroffen habe, hat sie mir mit glühenden Augen von ihrer neuen Budgetierungsmethode erzählt.

Warum sie überhaupt damit angefangen hat?

Sie möchte ein finanziell freies Leben führen!

Ein Hindernis für ihre finanzielle Freiheit waren die Ausgaben in ihrer Familie. Sie und ihr Mann wusste bereits genau, dass nicht das, was du verdienst, dich reich macht – sondern das, was du behältst.

Jedoch möchte wir als Menschen sehr ungerne Verzichten. Fast keiner sagt sich gerne: „ Das kann / will ich mir nicht gönnen” oder „ich spare jetzt lieber, um irgendwann finanziell frei zu sein”.

Teilst du diese Meinung?

Rebi ist verheiratet, hat zwei kleine Kinder und lebt in München. Die Ausgaben sind schon auf Grund der teuren Stadt sehr hoch. Wie jeder von uns, möchte sie ein tolles Leben führen und ihren Kindern das beste bieten.

Sie macht also das, was jeder von uns machen würde.

Die Sache war nur die: Jeden Monat war das Konto im Minus.

Das musste sich ändern.

Wie?

Die Familie hat die Köpfe zusammen gesteckt und einen Plan ausgearbeitet. Das Konto dürfte nie mehr ins Minus geraten. Dabei sollte kein Gefühl von Verzicht aufkommen.  Sondern das Gegenteil, ein Gefühl von „ich mach was tolles und arbeite an der finanziellen Freiheit meiner Familie”.

Michael: „Rebi, wie hast du das geschafft”?

Rebi: „Ganz einfach”

 

Wie jede Familie (und Singles) einfach und mit Freude Budgetieren kann

Einfach budgetieren, an der finanzielle Freiheit arbeiten und dabei noch mehr Freude empfinden.

Im folgenden zeige ich dir, wie es Rebis Familie geschafft hat, das Minus auf dem Konto zu verhindern und dabei ein gutes Gefühl entwickelt hat.

Du kannst die Systematik natütlich auch als Single verwenden.

So, folgende Schritte sind wichtig (es handelt sich dabei um fiktive Zahlen):

 

1. Einnahmen berechnen

Welche Einnahmen hat die Familie. In erster Linie ist es bei den meisten, das Einkommen aus Arbeit.

Beispiel = Gesamte Einnahmen 2.800 €

Budgetieren _Teil eins Einnahmen_geld-katze.de

 

2. Aufteilung in Familienkonto und persönliches Konto

Teile die Einnahmen der Familie auf ein persönliches Konto (je eins für den Ehepartner) und in ein Gemeinschaftskonto für die Familie.

Beispiel = Auf das persönliches Konto (Topf) gehen je 650 €

Beispiel = Auf das Familien Konto (Topf) gehen: 1.500 €

Budgetieren _Familientopf_Geld-katze.de

 

3. Berechne Fixkosten und variable Kosten

Teile die Kosten in Fixkosten (muss auf jeden Fall bezahlt werden. Z.B. Miete, Versicherungen, Strom, usw.) und variable Kosten (Sachen die sporadisch anfallen, die man haben will, aber auch später gekauft werden können. Z.B ein neuer TV, Klamotten, usw.). 

Wichtig: Wenn nach Abzug aller Kosten etwas übrig bleibt, dann nennt man dies Sparquote. Sagen wir mal du hast am Ende des Monats noch 200 € übrig. 200 € / 2.800 €  = 7,1 %. Die 7,1 % sind in diesem Fall deine Sparquote.

Um so höher deine Sparquote ist, um so mehr kannst du investieren (oder konsumieren). Wenn du wissen willst wie hoch deine Sparquote sein muss, um deine finanzielle Freiheit zu erreichen, dann schau dir am besten diesen Beitrag: Die einfache Wahrheit über Sparen und deine finanzielle Freiheit.

Budgetieren - Fixkosten und Variable Kosten

 

4. Hebe jede Woche dein Budget von deinem Konto ab

Du hast die Kosten für die Woche fest im Blick. Die Ausgaben für Miete und Co. werden jeden Monat durch einen Dauerauftrag abgezogen.

Die Herausforderung liegt nun in den Ausgaben, die unterschiedlich hoch ausfallen können. Z.B. hast du die Wahl, jeden Tag im Edeka oder im Aldi einzukaufen. Kaufst du dir das schöne Kleid heute oder sparst du dir das Geld für was anderes auf?

Viele dieser Fragen wird durch eine wöchentliche Bar abhebung geklährt. Rebbi hat dafür ein tolles System entwickelt. Sie hebt jede Woche eine bestimmte Summe für die gesamte Woche von den Konten ab und steckt es in ihr schickes Cash Budget Envelope Wallet. Anbei ein Beispiel wie so ein Envelope Wallet aussehen kann. 

Budgetieren _Cash Budget Envelope Wallet_geld-katze.de

Wenn sie einkaufen geht, sieht sie auf anhieb wie viel Geld (Budget) in dem Beutel für Essen drin ist. Wenn sie sich etwas aus ihrem privaten Topf (Beutel) gönnen möchte, weiß sie genau, dass sie auf andere Sachen ggf. verzichten muss. Sie sieht förmlich ihre Ausgaben ganz klar vor sich und fühlt die Konsequenzen sofort.

Rebbi: “ Früher habe ich einfach meine EC Karte gezückt und nach Lust und Laune eingekauft. Dabei hatte ich nur ein vages Gefühl, wie viel ich wirklich ausgegeben habe.

Heute ist es anders. Mit einem Blick in meinen Geldbeutel, hab ich sofort ein Gefühl dafür, ob ich etwas will oder lieber darauf verzichte. Es macht richtig Spaß! Ich freue mich viel mehr über die Sachen, die ich z.B. durch ein Sparen gekauft habe. Die Wertschätzung ist höher und manchmal erwische ich mich sogar dabei, wie ich lieber auf etwas ganz verzichte und das Geld in die Zukunft meiner Familie investiere.”

Budget Profis gehen noch einen Schritt weiter. Sie unterteilen und budgetieren ihre kompletten variablen Kosten. Was möchtest du in diesem Jahr für Bildung ausgeben, welchen Betrag für Schmuck, was möchtest du spenden usw. Um genau zu verstehen wie sich ihre Ausgeben verhalten, nutzten viele ein Haushaltsbuch und schreiben genau, auf für was sie ihr Geld ausgeben.

Mir persönlich ist das etwas zu anstrengend. Mein Haushaltsbuch hat genau 5 Wochen durchgehalten und wurde dann zu Grabe getragen. Mit der „ Rebi Methode“, hab ich einen wöchentlichen Betrag den ich frei ausgeben kann und muss keine weitere Arbeit reinstecken.

 

Die unglaublichen Vorteile des “Rebbi Budgetsystems”

Rebbi hat es schon erwähnt. Sie konsumiert wesentlich bewusster und hat zudem mehr Freude beim Einkaufen. Es fühlt sich an wie Spiel. Was mindestens genau so wichtig ist: Sie hat die Kosten genau im Blick.

Sehr wenige Menschen kennen ihre genauen Kosten, geschweige den die genau Zahl an variablen und fixen Kosten.

Lass dich davon aber nicht entmutigen!

Rebbi und ihre Familie haben ca. 3 Monate gebraucht, um zu wissen wo sie was ausgeben. Der Lohn dafür ist riesig. Sie kennen nun die Minimum Kosten für ein gutes Leben. Die Ausgaben sind plötzlich sichtbar geworden und dadurch können sie auch gelenkt werden.

Was du nicht sehen kannst, kannst du nicht steuern

Stell dir vor, du fährst ein Auto. Deine Windschutzscheibe ist verdreckt und du kannst nicht richtig hindurch sehen. Die Fahrt ist also ziemlich gefährlich und du hast ein permanent ungutes Gefühl.

Du verpasst eventuell eine Ausfahrt oder noch schlimmer, es entsteht ein Unfall.

In dieser Parabel symbolisiert die Sichtbarkeit der Windschutzscheibe, deine Kosten. Erst wenn du genau weißt, für was du jeden Monat dein Geld ausgibst, hast du eine klare Sicht auf die Straße. Dein Budget System (Beutel mit einer Wochen Ration Geld) ist wie dein Navi, deine Tankanzeige und Frühwarnsystem in einem. Dadurch ist die Gefahr eines Unfalls wesentlich verringert und du kannst deine Fahrt entspannt genießen. 

Noch ein riesen Vorteil: Wenn du deine Kosten im Blick hast, kannst du auch die Fixkosten zu deinen Gunsten verändern. Egal ob es sich um Sachen wie Strom, Internet- & Handyverträge handelt, die meisten Deutschen bezahlen zu viel für ihre Fixkosten. So zahlen der durchschnittliche Bürger bis zu 20% zu viel für seinen Strom!

Muss das sein?

Wenn du genau weißt wo das Geld hingeht, kannst du initiative ergreifen und diese Sachen schnell ändern.

Rebbi und ihr Mann nutzen zudem eine uralte Weisheit: Bezahle dich selber immer zuerst!

Was das genau bedeutet?

Nachdem du dein Einkommen bekommen hast, bezahlst du erst mal deine Miete, die Stromkosten, den Bäcker usw.. Was dann am Ende des Monats übrig bleibt, ist im Grunde genommen dein Geld, also deine Bezahlung.

Dich selber zuerst zu bezahlen bedeutet daher, dass du gleich am Anfang des Monats einen Teil deines Einkommen in deine finanzielle (freiheit) Zukunft investierst.

Budgetieren bezahle dich zuerst_geld-katze.de

Rebbi und Ihre Familie bezahlen sich zuerst. Sie investieren Ihr Geld in einen günstigen ETF Sparplan. Wichtig: die Sparsumme wurde zu den Fixkosten mit aufgenommen! Für die Familie ist die finanzielle Freiheit ein Muss und kein Sollte.

Zudem werden sie in Zukunft ihre Fixkosten überprüfen. Angenommen sie würden dadurch 300 € bis 400€ im Jahr sparen, so können sie den Betrag zu den Ausgaben (variable Kosten) stecken und damit ihr Budget erhöhen, oder es (am besten) gleich in den Investmenttopf werfen.

Zur Berechnung der zukünftigen Einkommensströme, können wir hier eine kleine Milchmädchen Rechnung aufmanchen.

Nach Abzug von Steuern und Inflation sind langfristig ca. 5% Rendite pro Jahr auf den Aktienmärkten zu machen.

Da beide noch relativ am Anfang ihres Berufsleben sind, wird das Gehalt über die nächsten 30 Jahre steigen. Nehmen wir an, dass sie über die gesamte Lebenszeit durchschnittlich 500 € pro Monat ansparen und investieren. Nach 30 Jahren würde dann eine Summe von 409.429,40 € dabei herauskommen.

Der Zinseszins Effekt kommt voll zum tragen. Ab dem 30 Jahr bekommt die Familie, bei einer Verzinsung von 5%, eine Ausschüttung von 20.471,47 € pro Jahr (1,706 € pro Monat). Das reicht zwar noch nicht an die 2.800 € Einkommen heran, jedoch hat die Familie einen tollen zusätzlichen Einkommensstrom.

 

Fazit

Budgetieren kann einfach sein und Spaß machen. Das Budgetiersystem von Rebbi ist einfach und sorgt dafür, dass du deine Kosten genau im Blick hast. Dadurch kannst du den Weg zur finanziellen Freiheit wesentlich klarer sehen und kommst nicht in die Versuchung über deinen Verhältnisen zu leben.

Budgetieren bezahle dich zuerst_geld-katze.de

Zudem wird viel bewusster konsumiert und gespart. Plötzlich werden ganz neue Möglichkeiten des Sparen bewusst gemacht.

Du hast mit dem Budgetieren nicht nur mehr Spaß, sondern kannst auch aktiv an deiner finanziellen Freiheit arbeiten. Du nimmst das Steuer in die Hand!

Das Budgetieren hört hier natürlich nicht auf. Je nachdem wie weit du es treiben möchtest, könntest du z.B. noch einen Spartopf aufmachen (separates Budget Konto) und dort die Summen einzahlen, die am Ende des Monats noch übrig geblieben sind. Ist der Topf gefüllt, wird zum Beispiel ein neues Auto gekauft.

Zum Schluss möchte ich noch erwähnen, dass ich Rebi bald wieder treffen werde…diesmal nicht in einem Kaffee am Wiener Platz, sondern bei ihr zuhause. Dort ist es schöner, ruhiger und der Kaffe kostet auch ein ganzes Stück weniger.

Wie budgetiert ihr heute? Gefällt euch Rebis Methode? Ich freue mich über eure Kommentare und e-Mails!

Lebt in Freiheit und mit Leidenschaft,

Euer Michael

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About the Author

Ich bin Michael Katzmann und meine Mission ist es, das Wissen um Finanzen und Geld einfach und verständlich zu vermitteln. Ja, jch bin ein Finanz-Nerd und seit 15 Jahren im Geschäft. Warum ich die Geldkatze gegründet habe? Ganz einfach. Es geht mir ziemlich auf die Nerven wie sehr wir alle von der Finanzindustrie veräppelt werden. Ich weiß woven ich spreche, da ich selber in dieser Industrie gearbeitet haben und nun die Seiten gewechselt habe... Ich verkaufe keine Finanzprodukte, sondern zeige Dir, wie Du die richtigen Entscheidungen triffst.

  • Alex sagt:

    Ist das „Rebi Budgetsystem“ nicht nur ein anderer Weg, folgende Aussage zu treffen?

    „Teile dein Einkommen in verschiedene Budgets ein – bestehend aus fixen und variablen Kosten – und überschreite dieses Budget nicht.“?

    Beispiel:
    Ich unterteile seit ca. einem Jahr mein Einkommen in folgende „Budgets“:

    – Miete (fix): geht sofort nach Eintreffen des Einkommens an den Vermieter (logisch)
    – Rechnungen (fix): Strom, Handy, Internet, Spotify, …
    – Verpflegung (fix/variabel): Essen, Trinken, Feiern, Eintritte, …
    – Haushalt (variabel): Hygieneprodukte, Medikamente, Haushaltswaren (Spülmittel etc.)
    – Auto (fix): Rate, Versicherungen, Wartungspaket, …
    – Rücklage (fix): für größere, notwendige Anschaffungen
    – Investment (fix): wird direkt aufs Zwischenkonto im Depot gebucht

    Dank (simpler) Excel-Tabellehabe ich stets einen euro-genauen Überblick über die einzelnen Budgets und weiß, wo ich noch wie viel ausgeben kann. Rücklagen und Investitions-Summen werden davon aber nie berührt.

    Funktioniert sehr gut und ca. 27% meines Einkommens landen im Depot – Sondereinkünfte nicht inkludiert.

    • Hi Alex,

      danke für deinen Kommentar!

      Ja, du hast es auf den Punkt gebracht. Die Rebi Methode unterteilt die „Muss“ und „Wollen haben“ kosten und gibt dir ausserdem
      den Vorteil deine Kosten genau zu prüfen.

      Hast du bereits den günstigsten Stromanbieter, KfZ Versicherung, usw.? Das sind alles Sachen, bei dem du kein Gefühl von Verzicht hast und trotzdem richtig viel einsparen kannst. Je nach deinen finanziellen Zielen, kannst du das Geld wiederum anlegen und/oder für etwas schönes konsumieren.

      Ich lege immer sehr hohen Wert auf Einfachheit und daher der Versuch, komplett auf administrative Sachen zu verzichten. Ich finde es toll, dass du eine Excel Tabelle führst und dadurch einen noch besseren Einblick (und Dokumentation) über deine Finanzen hast. Für ganz „Faule“ (wie mich), hebe ich den Maximalbetrag für die Woche oder Tag ab und das wars. Ist das Geld alle, dann steht der Verzicht an…aber meistens kommt es nicht so weit. Ich sehe ja genau wie viel ich im Beutel habe und meistens ist am Ende der Woche noch was drin.

      Dabei kommt bei mir auch nicht wirklich das Gefühl von Verzicht auf. Sogar im Gegenteil! Wenn ich Nachts im Bett liege, dann vermisse ich den entgangenen Espresso genau so wenig wie das nicht getrunkene Glass Wein.

      Alex, ich gratuliere dir zu deiner Budgetierung! 27% sind echt klasse und damit liegst du weit über dem Durchschnitt. Ich hoffe du investierst es genau so gut wie du es budgetierst.

      Alles gute und bis bald,
      Michael

  • Hallo Michael!

    Im Prinzip ist das Budget ein Rahmen, den man sich setzt. Diesen Rahmen sollen die Ausgaben nicht überschreiten.

    Wie siehst du das?

    MFG Philipp

    • Grüß dich Philipp,

      danke für deinen Kommentar!

      Ich sehe das Budgetieren wie eine Art Steuerung oder Lenkung. Wenn du weißt, wie deinen Ausgaben aussehen, kannst du sie auch steuern. Das gibt dir Klarheit und die Möglichkeit Kontrolle auszuüben. Das wiederum ist ein gutes Gefühl und sorgt dafür, dass du auf der sicheren Seite bist. Du kannst viel früher reagieren (gegensteuern) und die Wahrscheinlichkeit, dass du in eine Bredouille geratest verringert sich stark.

      In Deutschland haben wir folgende Situation:

      Die durch­schnittlichen Schulden einer überschuldeten Person, die im Jahr 2014 die Hilfe einer Beratungs­stelle in Anspruch genommen hat, betrugen 34 504 Euro. Das war knapp das 34-fache des durch­schnittlichen monatlichen Ein­kommens dieses Personen­kreises (1 020 Euro). Auf Grundlage der Überschuldungs­statistik, bräuchte ein durch­schnittlicher Schuldner demnach 34 Monate, um seine Verbindlich­keiten komplett zurück­zuzahlen, wenn er all seine regel­mäßigen Einkünfte für den Schulden­dienst einsetzen könnte (Überschuldungs­intensität). (Quelle: https://www.destatis.de)

      Durch ein ordentliches Budgetieren kann dies zum Teil verhindert werden.

      Aber auch so, ist es ein wichtiger Bestandteil des Vermögensaufbaus. Mit der Sichtbarkeit und den Steuerungsmöglichkeiten, kannst du deine Sparquote leichter erhöhen und dem Ziel der finanziellen Freiheit schneller näher kommen.

      Hast du das mit Rahmen gemeint?

      Liebe Grüße,
      Michael

      • Alex sagt:

        „Wenn du weißt, wie deinen Ausgaben aussehen, kannst du sie auch steuern.“

        Das sehe ich nur bedingt so.

        Zu wissen, wo das Geld hinwandert, ist zwar sicherlich ein erster Schritt – aber nicht die alleinige Maßnahme zur Steuerung in die Richtung „Sparen und Anlegen“.

        Z. B. wusste ich, das ich für das Rauchen monatlich ca. 75 EUR ausgegeben habe ODER dass mich Starbucks bis zu 30 EUR gekostet hat. …erst das Budgetieren hat mich aber gelehrt, dass ich mir das nicht mehr „leisten“ kann, wenn ich an die 30% (vom Nettoeinkommen) zur Seite legen möchte (und mit verzuckertem Kaffe und Tabak aufzuhören hat ja praktischer Weise auch noch andere Vorteile).

        Für finanziell unstrukturierte Personen ist eine Mischung aus „Haushaltsbuch“ und „Budgetplan“ notwendig – aber aufwändig. Täglich seine Ausgaben zu notieren ist anstrengend und umständlich – und wird deswegen auch häufig wieder gekippt. Ich kenne in meinem privaten und beruflichen Umfeld (vom armen Studenten bis hin zum wohlhabenden Unternehmer) niemanden, der das über einen tatsächlich langen Zeitraum pflegt.

        Das Budgetieren nimmt mir hier – wie ich schon geschrieben habe – die Arbeit ab. Ich lege z. B. 400 EUR/Monat für Verpflegung, Feiern und sonstigen variablen Quatsch zur Seite. Es ist mir egal, wohin die 400 EUR* wandern (so lange meine Grundversorgung gewährleistet ist). Eine Person mit gesundem Menschenverstand weiß auch i.d.R. grob, wohin das Geld wandert. Geld wird ja nicht während des Schlafwandels verloren.
        Parallel komme ich so auch in den Genuss, nicht auf diese 400 EUR achten zu müssen – ich bin also parallel verschwenderisch und sparsam – das beste aus beiden Welten :).

  • Hallo Herr Katzmann,

    was monatlich zum Sparen übrig bleibt, in einen ETF-Sparplan zu stecken, finde ich super. Auch ich bin ein Fan des passiven Investierens mit Indexfonds und sehe in ETFs die Zukunft der Geldanlage für Privatanleger.

    Wesentliche Vorteile sind Einfachheit, Transparenz und Flexibilität. Zudem sind Indexfonds noch sehr kostengünstig. ETFs in Verbindung mit einer langfristig orientierten Buy-and-Hold-Strategie: So kann man Vermögen bilden.

    Und die gegenwärtige Börsenschwäche kann man gut zum Nachkaufen nutzen :-).

    Viele Grüße

    Jürgen Nawatzki

  • Pfennigmillionär sagt:

    Hi Michael,

    danke für den Beitrag. Ich bin ja selbst ein riesiger Budget-Fan. Allerdings mache ich es mir mit Software (YNAB) etwas einfacher. Ich bin der faule Budgetierer :-P. Ich kann mir auch nicht vorstellen irgendwann damit aufzuhören. Ich habe schon mit einigen gesprochen die mit dem Budget und einem ggf. verknüpften Haushaltsbuch aufgehört haben nachdem sie ihr Ziel (z.B. Abzahlung der Schulden) erreicht haben. Für mich ist mein Budget aber schon fast zur Sucht geworden und ich kann mir auch nicht vorstellen, mich mit dem Erreichten irgendwann zufrieden zu geben ;-).

    Gruß,

    Chris

    • Hi Chris,

      danke für deinen Kommentar! Ja, Budgetieren ist ein heißes Thema und für jeden etwas anderes. Ich habe auch schon einige
      Sache ausprobiert und ich muss sagen, ich bin da einfach ein fauler Hund. Es sollte so simple wie möglich sein und einen großen
      Mehrwert liefern…also so simple, das selbst ich es verwende. Als mir Rebbi von der Methode erzählt hat, war ich begeistert und
      habe es gleich selber ausprobiert. Es macht einen Riesen Spaß und ist überhaupt nicht anstrengend. Natürlich geht es immer besser und
      einen haargenauen überblick über deine Finanzen, gibt dir einfach auch bessere Steuerungsmöglichkeiten.

      Für mich ist es einfach wichtig, dass jeder sein System findet, dass zu ihm passt. Ich habe in der Zwischenzeit noch ein paar weitere Infos gesammelt und werde den Beitrag in den nächsten Tagen noch mal erweitern.

      Lass es krachen und liebe Grüße,
      Michael

  • Henry sagt:

    Hi Mike,

    toller langer Beitrag über die Grundlage die man sich legen muss, um überhaupt einmal mit dem Investieren anzufangen. Auch die bildhaften Beispiele anhand der beiden „Geldkatzen“ sind toll gemacht. Wichtig ist, dass man erkennt, dass auch „kleine monatliche Beträge“ durch den Zins- und Zinseszins-Effekt ein grosses Vermögen bilden können. Kleine Beträge schmerzen nicht so, laufen bei Disziplin monatlich durch und erhält auch die Balance zum (Er-)Leben. Du weisst ja, das Leben findet schon vor der Rente statt ;o)

  • Barbaz sagt:

    Sehr guter Artikel. Ich würde aber noch eine dritte Kategorie einplanen: Notfallkosten, Ausgaben die nicht vorhersagbar sind, aber auch nicht warten können. Dieses System (+ 4. Kategorie „Finanzielle Freiheit“) benutze ich seit 2 Jahren sehr erfolgreich.

    • Liebe Barbaz,

      vielen Dank für deinen Kommentar und das Kompliment! Hier bei den Kommentaren gab es super Input und ich möchte den Beitrag mit den wertvollen Tips erweitern. Ich werde deinen Ratschlag mit aufnehmen.

      Eine Frage hab ich noch an dich: Welche Schwierigkeiten hattest du am Anfang? Hast du weitere Tipps für Beginner?

      Beste Grüße,
      Michael

  • Francis sagt:

    Sehr schön geschrieben, mit viel Liebe zum Detail. :) Ich habe das ganze Thema Finanzen, Budgetieren etc erst vor kurzem für mich entdeckt. War auch vorher überhaupt nicht Finanz-affin.
    Vorher habe ich auch einfach in den Tag gelebt und gekauft wonach mir der Sinn stand. Dass trotz gutem Gehalt nicht viel übrig blieb am Ende des Monats war dann kein Wunder.
    Weil ich ein bisschen nerdig drauf bin, habe ich mir ein online tool fürs budgetieren geholt (heißt YNAB). Der Effekt ist der selbe, und deine Methode ist sogar noch viel einfacher.

    Ich spare momentan meinen Überschuss in einen „Notfall“ Spartopf, und wenn der voll ist, werde ich mich ans Investieren in Aktien begeben. Hab also noch viel Lesestoff auf deinem Blog vor mir!

    Liebe Grüße,

    Francis

    • Hallo Francis,

      vielen lieben Dank für Deine Komplimente :-D. Ich freue mich immer sehr darüber und es ist auch ein Ansporn weiter zu machen.

      Beim Budgetieren muss jeder seinen individuellen Rhythmus finden. Die einen machen es voll elektronisch mit einer App und die anderen lieber mit der Rebbi Methode. Dabei ist das eine nicht schlechter als das andere! Eben je nach Persönlichkeit ;-).

      Ich freue mich sehr, dass Du deine Finanzen aktiv in Angriff nimmst. Nach ein paar Jahren wirst Du dir ein tolles Polster aufgebaut haben und es ist ein tolles Gefühl, finanziell frei zu sein.

      Viel Spaß beim Lesen und hoffentlich bis bald bei der Geldkatze :-D.

      Beste Grüße,
      Michael

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