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Im heutigen Gastbeitrag von Melissa geht es um ein Thema, dass uns alle früher oder später angehen wird.

Schweden ist schon so weit und auch die Europäische Zentralbank hat den ersten Schritt gewagt und den 500 Euro Schein aus dem Verkehr gezogen.

In Schwenden und den USA scheint dies ein natürlicher Prozess zu sein. In Europa jedoch, spricht man schon von Bargeld-Verbot.

Ich fühle mich persönlich sehr unwohl dabei, doch wie geht es den anderen Menschen dabei?

Und welche Auswirkungen können wir für uns und unsere Gesellschaft erwarten?

Viel Spaß beim Lesen und wie immer freue ich mich über Deinen Kommentar!

Die Pros und Contras einer bargeldlosen Gesellschaft

Schweden gilt als Vorreiter, wenn es um das bargeldlose Bezahlen geht.

Viele Geschäfte und Restaurants sind nicht mehr auf Bargeld eingestellt. Selbst die kleinsten Summen werden elektronisch oder über Smartphone bezahlt.

Den Banken kommt das Verschwinden von Scheinen und Münzen nur zu Gute. Bargeld verliert weltweit zunehmend an Bedeutung, während bargeldlose Transaktionen eine immer größere Rolle im Geldverkehr spielen.

Es ist nachvollziehbar, wer möchte schon monatlich zu seinem Wasser-, Strom- oder Internetversorger fahren müssen, um seine Rechnungen bar zu bezahlen?

Natürlich sind dies die Hauptgründe für ein Bestreben nach einer bargeldlosen Welt.

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Der mit Abstand wichtigste Grund für die Auswahl von Bargeld als Zahlungsmittel ist das „Gefühl besserer Ausgabenkontrolle“.

Aber warum ist das so?

Die Theorie „mental accounting” (auf Deutsch: mentale Buchführung) ist eine Gegenstand der Verhaltens-ökonomik (engl. Behavioral Economics) und besagt, dass Gelder unterschiedlich wahrgenommen und in der Konsequenz auch verwaltet werden.

Als Teil der Verhaltensökonomik versucht die Theorie zu erklären warum Menschen finanziell „falsche“ Entscheidungen treffen.

Das bedeutet, dass finanzielle Mittel in mentale Konten eingeteilt und damit unterschiedlich umgegangen wird.

Geld, welches auf dem Konto liegt hat grundsätzlich eine andere Bedeutung für den Konsumenten als jenes welches cash in unserem Geldbeutel zu finden ist. Das Geld wird in Gewinn und Verlust wahrgenommen – wird es vom Konto entnommen, ist es ein Verlust.

Deswegen werden lieber kleinere Beträge vom Konto abgehoben als größere.

Wenn wir mit der Kreditkarte bezahlen, nehmen wir nicht mehr wahr, wie viel Geld wir schlussendlich ausgeben, was unseren Verlust vergrößert.

Unser Konsumverhalten wird also durch Bargeld beeinflusst - schaffen wir das Bargeld ab, ist unklar, wie dies die Zukunft des Geldausgebens verändern wird.

Transparenz und andere Länder

Ganz anders sieht die Sache in den USA oder Skandinavien aus, hier werden Zahlungen schon längst über Kreditkarte oder Mobiltelefon abgewickelt – der Bargeldverkehr ist eher die Seltenheit.

In Schweden ist man völlig IT-fixiert.

Etwa 50 Prozent der Banken arbeiten inzwischen bargeldlos.

Diese schnelle Veränderung ist aber nicht durchwegs positiv.

Klingt wie ein exotisches Urlaubserlebnis, ist aber schon längst schwedischer Alltag – sie gehen sogar einen Schritt weiter, man „swisht“ in Schweden. Die großen Banken haben mit Swish gemeinsam eine App zum schnellen mobilen Überweisen entwickelt und etabliert.

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Man ist via App mit seinem Bankkonto verbunden und kann mit dem Smartphone Geld in Echtzeit transferieren.

Bei der Kasse eines Restaurants oder Kaufhauses – sofern man genug Geld am Konto hat und es keinen Stromausfall gibt, funktioniert diese App einwandfrei.

Die "Cashless Society" in Schweden wächst und man verzichtet vermehrt auf Bargeld. Dadurch wird ein personeller und zeitlicher Zusatzaufwand eingespart und mindert zudem das Sicherheitsrisiko.

Ein weiteres Argument für einen bargeldlosen Zahlungsverkehr ist die Bekämpfung des Schwarzmarktes.

Man erhofft sich weniger Banküberfälle und eine Minderung weiterer Diebstähle.

Es scheint zu funktionieren, denn 2012 gab es in Schweden nur noch fünf Banküberfälle.

Was nicht bedeutet, dass es keine Kriminalität mehr gibt – anstatt Banküberfällen komme es nun mehrfach zu vermehrten Identitätsdiebstählen.

Virtueller Zahlungsverkehr

Auch im Bereich der Online-Transaktionen hat sich in den letzten 10 Jahren einiges getan.

Es gibt spezielle Apps und Währungen die nur für den Onlinezahlungsverkehr kreiert wurden.

Bei den virtuellen Währungen kann das Geld nicht in Bargeld umgewandelt werden. Sie werden mit „echter“ Währung erworben und existieren nur online – typischerweise als eine Form der Anlage, da der Wert einer festgelegten Summe von virtueller Währung in Zukunft zunehmen könnte.

Bitcoin ist das bemerkenswerteste Beispiel.

Man sollte die potenziellen Vorteile der Investition in eine vielversprechende virtuelle Währung nicht unterschätzen, vor allem wegen dem scheinbar unaufhaltsamen Wachstum der digitalen Transaktionen.

Ausserdem sollte man immer die Sicherheitseinstellungen und allgemeine Sicherheit der Online-Banking-Methoden im Auge behalten.

Schließlich gehört das Sparschwein eines Tages zu einem ikonischen Überbleibsel der Vergangenheit.

Das unglaubliche Wachstum der Kryptowährung geht mit der Einführung bestimmter Unternehmen einher, die   ihre Geschäfte ausschließlich in Bitcoin abwickelt. Insbesondere seit dem zunehmendem Erfolg der Digitalen Währung wird auch in mehreren Pokerräumen und Technologie-Marken, die Zahlungen nur noch in Bitcoin akzeptiert.

Unhygienisches Geld

Ist Geld wirklich so unhygienisch wie behauptet wird?

Es geht durch viele Hände und die Abschaffung wäre aus rein hygienischer Sicht von Vorteil.

Geld gilt als große Schmutzquelle und verbreitet Bakterien und Krankheiten.

Mikrobiologe Richard Hastings und seine Kollegen fanden außerdem heraus, dass auf den Zahlenblöcken von Bankautomaten in England ebenso viele Keime und Erreger zu finden sind wie auf öffentlichen Toiletten.

Weshalb viele Gesundheitsexperten daher raten, dass man sich die Hände waschen sollte nachdem man in Kontakt mit Geld gekommen ist.

Geld wandert von Hand zu Hand, weshalb viele Keime haften bleiben. So wurden auf Geldscheinen etwa Salmonellenerreger und Grippeviren gefunden.

Wie schmutzig Geld ist, hängt aber von vielen unterschiedlichen Faktoren ab.

Fazit 

Man kann natürlich unendlich viele Gegenargumente für eine „Cashless Society“ aufzählen und wer will sich schon vom Staat vorschreiben lassen, wie er was konsumiert.

Eine bargeldlose Welt ist jedoch nicht so schrecklich wie oft dargestellt wird und bringt eigentlich auch den einen oder anderen Vorteil mit sich mit.

Schlusswort

Wahrscheinlich sind kulturelle Unterschiede der Grund, warum in Schweden und den USA der Bargeldlose Zahlungsverkehr bereits Alltag ist und wir uns hier in Deutschland noch sehr dagegen sträuben. 

Aus meiner Sicht ist das elektronische Geld, um einiges einfacher zu handhaben, jedoch kommt dies auch zu einem hohen Preis.

Schon das Internet gaukelt uns in die "Gemütlichkeitsfalle". Facebook, WhatsApp und Co. Sammeln fleißig unsere Daten und verkaufen diese mit hohen Gewinnen an Werbetreibende. 

Und auch Staaten sind plötzlich in der Lage den einzelnen Bürger zu beschatten. 

Tauschen wir hier Einfachheit und Effizienten  gegen unsere Freiheit aus?

​Auch Berühmtheiten wie der Investmentpunk Gerald Hörhan, Dirk Müller, Prof. Dr. Max Otte und viele weitere Menschen, sprechen sich gegen ein Bargeldverbot aus. 

Wie siehst Du das Thema?

Gehörst Du zu den Anhängern einer bargeldlosen Gesellschaft oder bevorzugst Du die Moneten in Deinem Geldbeutel?

Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

Liebe Grüße,

Michael

Bargeldlose Gesellschaft Melissa Schultz auf Geld-Katze.de

Autorenprofil:
Melissa Schultz ist freie Redakteurin, studierte Kommunikationswissenschaftlerin und derzeit im Online Medien Bereich tätig.

Ihre Lieblingsthemen sind breit gefächert. Besonders spannend sind moderne Technologien und das digitale Zeitalter.

Dennoch beschränkt sie sich nicht auf eine spezielle Nische und schreibt über eine Vielfalt von Themen.

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About the Author

Ich bin Michael Katzmann und meine Mission ist es, das Wissen um Finanzen und Geld einfach und verständlich zu vermitteln. Ja, jch bin ein Finanz-Nerd und seit 15 Jahren im Geschäft. Warum ich die Geldkatze gegründet habe? Ganz einfach. Es geht mir ziemlich auf die Nerven wie sehr wir alle von der Finanzindustrie veräppelt werden. Ich weiß woven ich spreche, da ich selber in dieser Industrie gearbeitet haben und nun die Seiten gewechselt habe... Ich verkaufe keine Finanzprodukte, sondern zeige Dir, wie Du die richtigen Entscheidungen triffst.

  • Hallo Melissa, Hallo Michael!

    Ich denke schon, dass wir die Abschlussfrage mit „Ja“ beantworten müssen. Ich finde, dass unserer Freiheiten ein Stück weit eingeschränkt werden. Ob es einfacher und effizienter wird, wird sich zeigen. Ohne Bargeld ist es leichter, bestimmmte Leistungen und Transaktionen mit Gebühren zu belegen oder diese zu erhöhen. Wenn das wiederrum zur Notwendigkeit von Preisvergleich und Anbieterwechseln führen würde, weiß ich nicht, ob das wirklich eine Vereinfachung wäre.

    Viele Grüße
    Marco

  • Barabbas sagt:

    Ich denke das die Kriminalitätsbekämpfung nur ein Scheinargument ist.
    Die große Gefahr, die ich sehe, ist der große Schritt Richtung Überwachungsstaat der mit der Bargeldabschaffung gemacht wird.
    Nicht nur verschafft sich die Regierung dadurch Einsicht in jede meiner Transaktionen, außerdem erhält der Staat relativ genaue Bewegungsprofile jedes Bürgers und die Möglichkeit politische Gegner quasi per Knopfdruck vom Zahlungsverkehr auszuschliessen.
    Der Versuchung Schuldenkrisen und Bankenrettungen in Zukunft durch erhöhte Negativzinsen zu finanzieren, werden wohl die wenigsten Regierungen wieder stehen können.
    Immerhin könnte durch die Unsicherheit bei der Währungsstabilität ein Flucht in andere Anlagenklassen einsetzen und so den Wert meines Depots erhöhen :-)

    • Hallo Barabbas,

      vielen Dank für Deinen Kommentar! Mir geht es persönlich genau so wie Dir. Momentan haben wir eine stabile politische Lage in Deutschland. Doch was passiert wenn sich das ändert? Was wenn eine Regierung an die Macht kommt, die andere Bevölkerungsgruppen systematisch ausgrenzen möchte?

      Beste Grüße,
      Michale

  • Ich sehe vor nur Nachteile bei einer Abschaffung des Bargelds.

    Ich will die Wahl haben ob ich mit Karte oder völlig anonym cash bezahle. Diesen Wunsch haben sicher viele, so wird sich falls das Bargeld abgeschafft werden sollte schnell eine Währung oder Tauschmittel entwickeln mit dem man wieder anonym bezahlen kann. Ich denke da an z.B. Bitcoin oder Gold.

    Ich will auch die Hoheit über mein Geld haben, heute könnte ich alles abheben und Cash aufbewahren. Ohne Bargeld geht das schwer.

  • Gerd sagt:

    Hallo Melissa,
    hallo Michael,

    manchmal wundert mich die Doppelmoral der Gesellschaft. Auf der einen Seite Datenschutzdebatten führen und auf der anderen Seite überall alles Preis geben…

    Scheinbar gibt es eine Generation von Menschen, die sich daran gewöhnt hat die Daten überall preiszugeben.

    Und das hängt natürlich auch mit dem bargeldlosen bezahlen im Internet zusammen. Andererseits finde ich das bargeldlose bezahlen gefährlich, weil man nicht nur gläsern ist, sondern auch kontrollier- und steuerbar. Wenn es nur noch das bargeldlose gäbe, dann würde das denke ich einige Wellen schlagen.

    Viele Grüße,
    Gerd

  • Also ich finde es schon sehr erschreckend, wenn das Bargeld verboten werden soll, denn dann sind wir nicht nur noch gläserner durchleuchtbar, sondern auch mit einem Klick abschaltbar.
    Es ist zwar sehr praktisch im Internet über die Karte zu bezahlen und ich nutze das ja auch aber dennoch, als einziges Zahlungsmittel finde ich das alles Andere als erstrebenswert und ich hoffe, dass das verhindert werden kann.

    Liebe Grüße
    Barbara

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